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24/02/2017 15:51 CET

Sachsen bewaffnen sich - jetzt will die Landesregierung erste Waffenverbotszonen einführen

Hannibal Hanschke / Reuters
Immer mehr Bürger bewaffnen sich - jetzt führt Sachsen erste Waffenverbotszonen ein

  • Die Zahl der kleinen Waffenscheine hat sich in Deutschland 2016 zum Vorjahr fast verdoppelt

  • Die Landesregierung in Sachsen erwägt politische Konsequenzen

  • In einem Papier des Innenministerium geht es um Waffenverbotszonen

Sachsen bewaffnet sich. Allein im vergangenen Jahr wurden 6200 kleine Waffenscheine im Freistaat ausgegeben - 14.600 Sachsen dürfen nun Signal-, Reiz- und Schreckschusswaffen mit sich führen. In Gesamtdeutschland hat sich die Zahl der kleinen Waffenscheine seit 2015 fast verdoppelt: Waren es damals noch 264.000, sind es nun ungefähr eine halbe Million.

Die Landesregierung in Sachsen will dieser Entwicklung nun entgegenwirken. Wie die "Zeit" berichtet, kursiert im sächsischen Innenministerium ein Papier, die eine Einführung von Waffenverbotszonen vorsieht. Dafür müsste eine Änderung im sächsischen Waffengesetz vorgenommen werden, so die Zeitung.

"Wir wollen uns quasi erst mal den Pfeil im Köcher besorgen, um ihn später verschießen zu können", sagte Ministeriumssprecher Jan Meinel der "Zeit". Wenn das planmäßig verlaufe, könnten im zweiten Quartal 2017 die ersten Zonen ausgewiesen werden: eng begrenzte Gebiete, in denen Waffen generell verboten sind. Das betreffe vor allem Schusswaffen, aber auch gefährliche Gegenstände wie Knüppel und Messer.

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Die Details zu den Zonen in Sachsen stehen noch aus - Verstöße gegen das Waffenverbot könnten nach dem Vorbild von Waffenverbotszonen in Hamburg mit einer Geldbuße von bis zu 10.000 Euro bestraft werden, heißt es in der "Zeit".

Auch wo die Zonen errichtet werden könnten, ist noch unklar. Die Zeitung bringt die Leipziger Eisenbahnstraße und das Gebiet um den Dresdner Hauptbahnhof ins Spiel - beides seien soziale Brennpunkte. Ministeriumssprecher Meinel sagte dem Blatt: "Der nächste Schritt wäre, sich mit Sicherheitsexperten in den Kommunen anzuschauen, unter welchen Umständen und an welchen Plätzen solche Zonen eingerichtet werden."

Mit Material der dpa

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