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24/02/2017 12:51 CET | Aktualisiert 24/02/2017 12:55 CET

Signal für Rot-Rot-Grün: Sahra Wagenknecht will mit Martin Schulz regieren

Reuters
Deputy leader of the left wing Die Linke party Sahra Wagenknecht speaks at a federal party congress in Erfurt, October 21, 2011. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: POLITICS)

  • Sahra Wagenknecht will in einer Koalition mit der SPD regieren

  • Das sagte die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag dem "Spiegel"

  • Verantwortlich für Wagenknechts Koalitionswunsch sind Martin Schulz geplante Reformen der Agenda 2010

Nach der Absage des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz an die Agenda 2010 in ihrer heutigen Form zeigt sich Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht offen für eine Koalition mit der SPD. "Wenn die SPD ernsthaft eine sozialere Politik verfolgen will, wird es an uns garantiert nicht scheitern", sagte Wagenknecht dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Wenn eine Wiederherstellung des Sozialstaats und eine friedliche Außenpolitik erreichbar seien, beteilige sich die Linke gern an einer Regierung. "Dann halte ich eine Mitte-Links-Koalition für möglich", so Wagenknecht. Viele Menschen wünschten sich einen Wechsel, sagte die Spitzenkandidatin ihrer Partei.

"Deutschlandtrend" gibt Wagenknecht recht

Tatsächlich gibt der aktuelle ARD-"Deutschlandtrend" ihr Recht: Demnach nähert sich ein rot-rot-grünes Bündnis derzeit mit 47 Prozent einer Mehrheit in Deutschland an.

Auch die politische Haltung der Deutschen spiegelt laut "Deutschlandtrend" ein Mitte-Links-Bündnis durchaus wieder. 65 Prozent der Deutschen halten es für richtig, wenn Arbeitslose - wie von Schulz bei einer SPD-Konferenz vorgeschlagen - länger Arbeitslosengeld I bekommen, damit sie nicht in Hartz IV rutschen; dagegen sind 29 Prozent. In einer "Focus"-Umfrage sind sogar 75 Prozent dafür und nur 12 Prozent dagegen.

Rund 67 Prozent finden es auch richtig, dass zeitlich befristete Arbeitsverträge nur noch bei sachlichen Gründen möglich sein sollen, wie Infratest dimap für die ARD ermittelte.

"Martin Schulz ist zur Projektionsfläche von Hoffnungen geworden. Ob er seine sozialen Versprechen einlöst, wird aber nicht zuletzt davon abhängen, wie stark die Linke wird", sagte Wagenknecht dem "Spiegel".

Wagenknecht verlangt Koalitions-Bekenntnis von Schulz

Wagenknecht galt lange als Vertreterin eines fundamental-oppositionellen Kurses. Nun sagte die Linken-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl: Zwar könne Die Linke auch in der Opposition etwas bewegen, "aber natürlich kann man mehr gestalten, wenn man regiert." Zu ihrer Rolle in einem möglichen Kabinett sagt Wagenknecht: "Es ist in jeder Partei normal, dass die Spitzenkandidaten sich nach der Wahl nicht aus der Politik zurückziehen."

Wagenknecht verlangt laut "Spiegel" vom SPD-Spitzenkandidaten Schulz, dass er seine Vorschläge für mehr soziale Gerechtigkeit konkretisiert. Bisher seien seine Ankündigungen an vielen Stellen vage. Zudem solle Schulz sagen, welche Koalition er anstrebe.

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