LIFESTYLE
24/02/2017 13:18 CET | Aktualisiert 24/02/2017 13:18 CET

Medizinische Sensation kündigt sich an: Spanische Forscher entwickeln neue Therapie gegen HIV

iStock
Medizinische Sensation kündigt sich an: Spanische Forscher entwickeln neue Therapie gegen HIV

Es könnte eine der größten medizinischen Sensationen des Jahrzehnts werden: Spanischen Forschern ist es erstmals gelungen, HIV-Kranke von dem Virus zu befreien - und das ganz ohne Medikamente, sondern mit einer auf Impfmitteln basierenden Therapie.

Das berichtet das Wissenschaftsportal “New Scientist”.

Der Erfolg ist das Ergebnis dreijähriger Forschungsarbeit. 2014 starteten Beatriz Mothe und ihre Kollegen vom IrsiCaixa AIDS Research Institute in Barcelona einen Versuch mit 24 Probanden, bei denen kurz zuvor HIV diagnostiziert worden war.

Kombination aus Impfmitteln und Krebsmedikament

Zunächst verabreichten die Wissenschaftler den Patienten zwei Impfstoffe, entwickelt von dem Immunologen Tomas Hanke von der University of Oxford.

Zusätzlich unterzogen sie die Probanden der herkömmlichen antiretroviralen Therapie (ART) mit Medikamenten und beobachteten dann, ob die Impfstoffe eine starke Reaktion des Immunsystems hervorrufen würden.

Dieses Jahr bekamen 15 der 24 Probanden eine weitere Dosis von einem der Impfstoffe. Anschließend verabreichten ihnen die Forscher das Krebsmittel Romidepsin, von dem sich Wissenschaftler bereits seit einigen Jahren einen Durchbruch auch in der HIV-Forschung erhoffen.

hiv

Bei fünf der Probanden konnte das Immunsystem selbstständig das HI-Virus unterdrücken; Credit: Getty

2014 nämlich gelang es Forschern um den Dänen Ole Søgaard von der Universität Aarhus, mit Romidepsin schlummernde HI-Viren aus den Zellen zu locken. Auf diese Weise konnte das Immunsystem die Viren bekämpfen und sie sprachen besser auf die Medikamente an.

Bei fünf Probanden zeigte die Behandlung Erfolg

Nach einer erneuten Dosis des Impfstoffs wurde bei den 15 Probanden die AR-Therapie abgesetzt. Bei zehn Testpersonen kam das Virus schon kurze Zeit später zurück und sie mussten wieder Medikamente nehmen.

Bei den übrigen fünf jedoch zeigte sich ein Erfolg: Ihr Immunsystem schaffte es dank der neuen Therapie der spanischen Forscher, selbstständig das Virus zu unterdrücken.

Einer der HIV-Patienten muss nun laut “New Scientist” bereits seit sieben Monaten keine Medikamente mehr nehmen.

Dieses Ergebnis ist zwar bemerkenswert, dennoch ist die neue Therapiemethode noch nicht ausgereift. Forschungsleiterin Beatriz Mothe ist aber zuversichtlich.

Sie und ihr Team seien auf auf einem guten Weg, eine Behandlung zu entwickeln, die eine Alternative sein könnte zur täglichen ART-Medikation, sagte sie dem britischen “Independent”.

34 Millionen Menschen weltweit sind mit HIV infiziert

Andere Experten halten das Studienergebnis ebenfalls für vielversprechend. “Eine Langzeitbehandlung, bei der die Betroffenen nicht jeden Tag Tabletten nehmen müssen, würde extrem dabei helfen, die Krankheit weltweit einzudämmen”, sagte Mitchell Warren, Leiter der Aids Vaccine Advocacy Coalition (Avac) in New York dem “Independent”.

world aids day

Frauen bei einer Veranstaltung am Welt-Aids-Tag 2016 in Indonesien; Credit: Getty

Weltweit sind nach Schätzungen der UN rund 34 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Nur etwa die Hälfte von ihnen bekommt laut der Organisation die AR-Therapie.

Denn die Medikamente sind teuer und können zudem Nebenwirkungen wie etwa Diabetes und Nierenfunktionsstörung hervorrufen. HIV-Patienten müssen die Medikamente jeden Tag einnehmen und das meist bis ans Ende ihres Lebens.

Sollte sich der neue Therapieansatz der spanischen Wissenschaftler in weiteren Studien als zuverlässig erweisen, könnte das einen riesigen Durchbruch in der Aids-Forschung bedeuten.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(mm)

Sponsored by Trentino