POLITIK
24/02/2017 20:23 CET | Aktualisiert 24/02/2017 23:04 CET

"New York Times", CNN und andere: Donald Trump verwehrt kritischen Medien Zugang zur Pressekonferenz

Jonathan Ernst / Reuters
"New York Times", CNN und andere: Donald Trump verwehrt kritischen Medien Zugang zur Pressekonferenz

  • Das Weiße Haus hat Reportern ausgewählter Medien den Zugang zu einer Pressekonferenz versagt

  • Alle betroffenen Medien hatten in Vergangenheit kritische Berichte über den Präsidenten Trump veröffentlicht

  • Dessen Kampf gegen die Presse geht damit in die nächste Runde

Wie verschiedene US-Medien berichten, hat das Weiße Haus Reportern von CNN, "New York Times", "Los Angeles Times", "Buzzfeed" und "Politico" den Zugang zum "White House Briefing" am Freitag verwehrt.

Bei der Veranstaltung stellen Pressevertreter dem Regierungssprecher Fragen zu aktuellen politischen Ereignissen.

Wie der Sender NBC berichtet, habe das Weiße Haus zuvor erklärt, nur "ausgewählte Reporter" dürften an dem Briefing, das nicht von Kameras aufgezeichnet wurde, teilnehmen.

Mit dem Bann hat Donald Trumps Krieg gegen die etablierten Medien eine neue Eskalationsstufe erreicht. Kritiker werden dem Präsidenten vor, gegen die Meinungsfreiheit vorzugehen.

Auch die Huffington Post US wurde nicht zu dem Briefing zugelassen. Chefredakteurin Lydia Polgreen kommentierte: "Wir sind tief geschockt über diese Entscheidung und fühlen uns ermutigt, dass andere Mitglieder der White House Correspondents Association entschieden haben, aus Solidarität zu protestieren."

Die Nachrichtenagentur AP und das "Time"-Magazin boykottierten die Veranstaltung aufgrund des Rauswurfs. Konservative Journalisten der rechten Nachrichtenseite "Breitbart" oder der "Washington Times" waren zum Briefing zugelassen worden.

Besonders CNN und die "New York Times" waren von Trump in Vergangenheit immer wieder attackiert und der Lüge beschuldigt worden. Twitter-Nutzer spekulieren, dass der Presse-Bann explizit nur für Medien gelte, die die dubiosen Verbindungen des Weißen Hauses nach Russland aufgedeckt hatten.

Medien-Bann nur Stunden nach Trump-Ausraster

Der Vorfall ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem Trump bei der CPAC-Konferenz, einer Veranstaltung konservativer Aktivisten, angekündigt hatte, "gegen die Fake-News der Medien" vorzugehen.

Trump erklärte in seiner Rede etwa, es sollte "verboten werden", Quellen zu zitieren, diese aber nicht namentlich zu nennen.

CNN hatte zuletzt berichtet, dass Trumps Stabschef Reince Priebus das FBI gebeten habe, angebliche Kontakte zwischen Mitarbeitern aus Trumps Wahlkampfteam und russischen Geheimdienstlern abzustreiten. Priebus habe sich an FBI-Chef James Comey und dessen Stellvertreter Andrew McCabe gewandt und ihn gebeten, die Berichte Journalisten gegenüber anzufechten.

Auch hier kamen die Informationen von namentlich nicht genannten Kontaktpersonen.

Zuvor hatte die "New York Times" die illegitimen Verbindungen des mittlerweile entlassenen Sicherheitsberater Michael Flynn zum russischen Botschafter aufgedeckt. Zudem schrieb die Zeitung, dass es während des Wahlkampfes Kontakte zwischen Trumps Stab und russischen Vertretern gegeben habe.

Scharfe Kritik der Medien

CNN reagierte mit einer klaren Botschaft auf die Ausladung vom Press Briefing. "Das ist eine inakzeptable Entwicklung im Weißen Haus. So wollen sie offenbar zurückschlagen, wenn man Fakten berichtet, die sie nicht mögen. Wir werden trotzdem weiter berichten."

Yascha Mounk, Politologe an der Harvard Universität, kritisierte bei Twitter: "Medienorganisationen aus dem Weißen Haus zu verbannen überschreitet die Linie zwischen schockierender Rhetorik und dem tatsächlichen Versuch, die Arbeit der Presse zu kontrollieren."

Dean Baquet, Chefredakteur der "New York Times" schrieb: "Wir protestieren scharf gegen den Ausschluss der New York Times und anderer Newsorganisationen. Der freie Zugang der Medien zu einer transparenten Regierung ist offensichtlich ein drängendes nationales Interesse."

Mit Material der dpa.

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