FDP-Politiker erklärt, warum der Staat bei Millionengehältern von Managern eingreifen muss

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BURKHARD HIRSCH
BERLIN, GERMANY - MAY 09: Burkhard Hirsch, former vice presidentof German Parliament Bundestag addresses the audience at a panel discussion of Bundesrechtsanwaltskammer (Federal chamber of Lawyers) on May 09, 2014 in Berlin, Germany. (Photo by Michael Gottschalk/Photothek via Getty Images) | Michael Gottschalk via Getty Images
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  • FDP-Politiker Burkhard Hirsch möchte die steuerliche Absetzbarkeit von Managergehältern begrenzen
  • Dann würden sich die hohen Gehälter von selbst ändern

FDP-Politiker Burkhard Hirsch hat sich in einem Interview dafür ausgesprochen, dass der Staat bei den Millionengehältern von Managern eingreifen sollte. "Die exorbitant hohen Gehälter, die heute gezahlt werden, zerstören das Gefühl von Gerechtigkeit", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit".

Managergehälter sind eines der großen Themen des nahenden Bundestagswahlkampfes. SPD und Teile der Union wollen die Gehälter von Managern deckeln.

Angestoßen hatte die Idee Justizminister Heiko Maas (SPD). Er möchte, dass Unternehmen Managergehälter von mehr als 500.000 Euro nicht mehr steuerlich geltend machen können.

Der Staat müsse eingreifen

Ähnlich sieht das auch FDP-Mann Hirsch. Es sei Aufgabe des Staates zu entscheiden, was ein Bürger von seinem Gehalt behalten darf - und was nicht, sagt er im Interview. Wenn also manche Liberalen argumentieren würden, dass hohe Managergehälter solange gerechtfertigt seien, wie der Markt sie hergebe, sei das falsch.

Denn bisher akzeptiert der Staat, dass die Unternehmen die Managergehälter als Betriebsausgaben von der Steuer absetzt. Dazu sagt Hirsch: "Managergehälter sind ab einer gewissen Höhe einfach keine Betriebsausgabe mehr. Da werden auf verdeckte Weise Gewinne entnommen."

Wenn ein Unternehmen die Millionengehälter als Betriebsausgaben absetzen könne, entgingen dem Staat dadurch Steuereinnahmen. Die Lücke würden indirekt die anderen Steuerzahler schließen.

Hirsch spricht nicht für eine direkte Begrenzung der Gehälter aus - sondern wie Maas für eine Grenze der Absetzbarkeit. Er würde die Grenze bei einer Million Euro inklusive aller Pensions- und Sonderzahlungen ziehen.

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"Vielen Managern ist die Höhe selbst peinlich"

"Wenn dann die Mehrheit der Aktionäre immer noch einen Teil ihrer Gewinne verschenken will, dann ist das ihre Sache. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich das ändern würde, hätten wir mehr Transparenz und ein anderes Steuerrecht", sagt er.

Denn er glaubt: Vielen Managern sei die Höhe ihres Gehalts selbst peinlich. "Sie ahnen, dass sie sich im Vergleich zu den Mitarbeitern überdimensional bedienen", sagt Hirsch. Sollten sie also öffentlich über ihr Gehalt reden müssen, würden sie sich bescheidener zeigen.

Eine Beobachtung der "Zeit" unterstützt das. Das Blatt hatte für eine Ausgabe Vorstandschefs nach ihrem Gehalt gefragt. Von einigen erhielt es dazu keine Aussage oder wurde abgewiesen.

(jg)

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