Pegida-Anhänger hilft Dresdner Polizei, Sitzblockade aufzulösen

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PEGIDA DRESDEN
Pegida-Anhänger haben am Montag versucht, eine Sitzblockade von Gegendemonstranten aufzulösen | Anadolu Agency via Getty Images
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  • Pegida-Anhänger haben am Montag versucht, eine Sitzblockade von Gegendemonstranten aufzulösen
  • Polizeibeamte unterbanden das nicht
  • Die Polizei nannte das Vorgehen der Beamten "unglücklich"

Anhänger des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses haben am Montagabend in Dresden offenbar der Polizei geholfen, eine Sitzblockade von Gegendemonstranten aufzulösen. Mehrere Medien berichten darüber, unter anderem die Tageszeitung "Dresdner Neue Nachrichten".

Die Polizeidirektion Dresden habe am Mittwoch den Vorfall grundsätzlich eingeräumt. Polizeisprecher Marko Laske habe das Handeln der Beamten rückblickend als "unglücklich" bezeichnet.

Video zeigt den Vorfall

30 Menschen hatten am Montagabend den Zug von 1800 bis 2000 Pegida-Anhänger blockiert, sodass dieser umgeleitet werden musste. Aufforderungen der Polizei, die Straße zu räumen, seien sie nicht gefolgt. Ihnen wird nun ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen.

Der Vorfall, bei dem ein Pegida-Anhänger der Polizei geholfen haben soll, habe sich abseits der großen Sitzblockade ereignet, berichten die "DNN". Drei Gegendemonstranten hätten versucht, auch die andere Fahrtrichtung zu besetzen.

Auf einem Video des Twitter-Projekts "Straßengezwitscher" ist zu sehen, wie ein Mann einen Gegendemonstranten festhält und von der Straße zerren will. Polizisten kommen dazu und befördern den Blockierer von der Straße. Bei dem eingreifenden Mann soll es sich laut Medienberichten um einen bekennenden Pegida-Anhänger handeln, der auch als Ordner bei den Pegida-Märschen auftrete.

Sprecher verteidigt Polizei

Es sei nicht gleich zu erkennen gewesen, dass die Personen unterschiedlichen politischen Lagern angehörten, zitiert der "Kölner Stadtanzeiger" Polizeisprecher Laske. Die Einsatzlage bei der Demonstration sei "sehr dynamisch" verlaufen und die Beamten hätten oft sehr schnell Entscheidungen treffen müssen, verteidigte er das Verhalten der Polizisten.

Beamte der Polizei in Dresden standen schon einmal in der Kritik, der Pegida-Bewegung zu nahe zu stehen.

Stinkende Flüssigkeit gibt Rätsel auf

Noch ein weiterer Vorfall beschäftigt die Polizei nach der Demonstration am Montag. Die Beamten haben Ampullen mit einer übelriechenden Flüssigkeit an Orten gefunden, an denen sich Pegida-Anhänger und Gegendemonstranten begegneten.

Was die Behälter genau enthielten und wer sie auf wen warf, war zunächst unklar. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Mit Material der dpa.

(jg)

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