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23/02/2017 17:43 CET | Aktualisiert 23/02/2017 18:35 CET

Miniatur Wunderland in Hamburg macht syrischen Kindern eine Freude - jetzt drehen rechte Wutbürger durch

Im Miniatur Wunderland in Hamburg schlagen Kinderherzen höher. Immerhin steht dort auf einer Fläche von knapp 1500 Quadratmetern die größte Modelleisenbahn der Welt.

Verständlich also, dass sich täglich hunderte Familien auf den Weg dorthin machen. Unter ihnen sind auch Flüchtlingsfamilien aus Syrien. Das gefällt aber nicht allen - vor allem nicht den deutschen Wutbürgern (auch oben im Video).

Einer von ihnen, der sich Heinz-Günter nennt, hat den Wunderland-Betreibern nun einen hasserfüllten Brief geschrieben. Der Auslöser: Der Mann hatte bei einem Besuch eine Flüchtlingsfamilie gesehen.

miniatur wunderland

Heinz-Günter ist voller Hass

"Die Wirtschaftsflüchtlinge werden kostenlos oder mit unserem Geld eingelassen", wütet Heinz-Günter.

Und tatsächlich hatten die Betreiber des Wunderlandes im Januar im Rahmen einer speziellen Aktion von 18.000 Besuchern keinen Eintritt verlangten. 25 Prozent der Besucher waren Flüchtlinge.

Jetzt wünscht Heinz-Günter den Betreibern eine "bombenlose Zeit".

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Er ist nicht der einzige, der das Miniatur Wunderland angreift. Facebook-Nutzerin Heike kann nicht verstehen, wieso Flüchtlingen etwas geschenkt wird - deutschen Familien aber nicht. Sie schreibt auf Facebook: "Flüchtlingsfamilien dürfen kostenlos ihren Spaß in eurem schönen Wunderland haben und unsere Kinder aus armen Familien dürfen draussen stehen und davon träumen. Ist das gerecht?"

Ist es nicht, findet Lutz. Er fühlt sich ebenfalls benachteiligt: "Arme Menschen mit Kinder die kein Geld haben,zum Beispiel Harz 4 Empfänger oder Arbeitslose müssen Eintritt bezahlen und wissen nicht wie sie in Monat zurecht kommen aber die Flüchtlinge bekommen überall freien Eintritt das finde ich eine Frechheit" (sic!)

Was für eine Frechheit.

"Gemeinsam Haltung zeigen"

Das dachten sich wohl auch die Wunderland-Chefs Frederik und Gerrit Braun und Stephan Hertz und wollen Heinz-Günters Wut-Brief so nicht stehen lassen - sie wenden sich in einem emotionalen Statement an die Öffentlichkeit.

Sie formulierten eine Antwort auf den unverschämten Brief und rufen die Bevölkerung dazu auf, gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit aufzustehen.

"Lasst uns gemeinsam Haltung für eine Welt zeigen, die wieder die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt", schreibt das Wunderland-Team. Wie recht sie haben!

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(ben)

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