POLITIK
23/02/2017 16:25 CET | Aktualisiert 23/02/2017 23:17 CET

Dänische Partei will Deutschland verkleinern - und dieses Gebiet für sich beanspruchen

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Annexion von Schleswig? Dänische Volkspartei will Grenze zu Deutschland neu ziehen

  • Die rechte dänische Volkspartei will das Gebiet Schleswigs zu dänischem Staatsgebiet machen

  • Partei-Vizechef Espersen sagte, er glaube aber nicht an eine "Panzerschlacht" um das betroffene Gebiet

Der Vize-Chef der Dänischen Volkspartei, Søren Espersen, hat die dänische Minderheit in Deutschland aufgefordert, an der Grenzziehung von 1920 zu rütteln.

"Wir hätten gerne ein Dänemark bis zur Eider. (...) Natürlich. Das muss auch die Idee der dänischen Minderheit sein, sonst verstehe ich gar nichts", sagte der rechtspopulistische Politiker in einem Interview des Senders dk4. Die Eider verläuft etwa in der Mitte Schleswig-Holsteins.

"Warum sollten wir das nicht wollen, das ist Hoffnung und Traum", sagte Espersen auf Siegfried Matloks Frage nach territorialen Ansprüchen der Partei. "Die Geschichte ist nicht statisch", sagte Espersen mit Blick auf die Grenzziehung bis 1864. Seine Dänische Volkspartei stellt die zweitstärkste Fraktion im Parlament in Kopenhagen und ist seit Jahren wichtiger Partner der rechtsliberalen Minderheitsregierung.

Dänische Minderheit in Deutschland mit Grenze zufrieden

"Dass es bald eine Panzerschlacht in Südschleswig gibt, daran glaube ich aber nicht", sagte Espersen, der auch Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses im Parlament ist.

"Und die will ich auch nicht haben." Dabei hätte Dänemark nach dem Zweiten Weltkrieg seinen Worten zufolge ganz Schleswig "mit einem Fingerschnipsen" haben können. Kopenhagen hätte dazu nur aus Angst vor einer großen deutschen Minderheit nein gesagt.

Der politische Arm der dänischen Minderheit in Deutschland, der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), wies die Forderungen als populistisch, unrealistisch und unzeitgemäß zurück.

Sie sei "ein gefährliches Spiel mit dem jahrzehntelangen Grenzfrieden, den wir nach Jahrhunderten deutsch-dänischer Konflikte gemeinsam erreicht haben", teilte der SSW-Fraktionschef im Kieler Landtag, Lars Harms, mit. Der Vorstoß sei "politische Selbstprofilierung".

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