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23/02/2017 11:24 CET | Aktualisiert 23/02/2017 12:28 CET

Spender wenden sich ab: AfD verliert wegen Höcke-Rede 100.000 Euro

dpa
Spender wenden sich ab: AfD verliert wegen Höcke-Rede viel Geld

  • Nach der umstrittenen Dresden-Rede von AfD-Politiker Höcke sind der sächsischen AfD mehrere Großspender abgesprungen

  • Das habe die Partei deutlich über 100.000 Euro gekostet, sagte Generalsekretär Wurlitzer

Die umstrittenen Rede des Thüringer AfD-Vorsitzenden Björn Höcke in Dresden kommt die sächsische AfD teuer zu stehen. Mehrere Großspender seien nach dem Auftritt Höckes Mitte Januar abgesprungen, bestätigte der stellvertretende Landesvorsitzende Thomas Hartung am Mittwoch in Dresden.

Höcke hatte in seiner Rede eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert und das Holocaust-Denkmal in Berlin als "Denkmal der Schande" bezeichnet. "Insgesamt kostet uns diese Veranstaltung deutlich über 100.000 Euro", sagte Generalsekretär Uwe Wurlitzer laut einem Bericht der "Lausitzer Rundschau".

Die Partei habe laut Wurlitzer auch bereits gebuchte Säle verloren und sich deshalb zwei große Zelte kaufen müssen, um Wahlkampfveranstaltungen durchführen zu können.

Geld fehlt für den Bundestagswahlkampf

Laut Sachsen-AfD-Schatzmeister Carsten Hütter ist die Summe "absolut realistisch". Das Geld fehle nun im Etat für den Bundestagswahlkampf, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Firmen, die seine Partei bislang unterstützt hätten, sähen nach der Höcke-Rede einen "klaren Rechtsruck". "Und die Unternehmer nehmen kein Blatt vor den Mund. Die sagen: 'Da machen wir nicht mehr mit.'"

Der Ausgaben-Plan für den Bundestagswahlkampf müsse deshalb nun "komplett überarbeitet werden", sagte Hütter. Bislang hatte die sächsische AfD mit einen 600.000 Euro-Etat geplant.

Mehr zum Thema: Nach Antrag zu Höcke-Rauswurf: Jetzt droht der AfD die Spaltung

Nach Rede droht Höcke der Rausschmiss

Höcke hatte im Januar mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Er erntete damals empörte Reaktionen, die er später als "bösartige und bewusst verleumdende Interpretationen" zurückwies.

Nach Höckes Äußerungen hat der AfD-Bundesvorstand einen Parteiausschluss des thüringischen Landesvorsitzenden beantragt.

(jg)

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