LIFESTYLE
22/02/2017 15:27 CET | Aktualisiert 22/02/2017 15:37 CET

Ein Kind kämpft gegen den Krebs: Mutter postet berührendes Bild ihres kranken Sohns

Krebs ist eine Krankheit, mit der die meisten Menschen schon einmal in Berührung gekommen sind. Auch wenn sie selbst nicht erkrankt sind, kennen sie Menschen in ihrem Umfeld, die gegen das Leiden ankämpfen oder gekämpft haben.

Die wenigsten aber können sich vorstellen, wie der Alltag eines schwer an Krebs erkrankten Menschen aussieht - besonders wenn es Kinder sind, die in ihren jungen Jahren die gleichen Qualen durchleben müssen wie erwachsene Erkrankte.

Mit einem erschütternden und bewegenden Post über ihren an Leukämie erkrankten Sohn will eine Mutter nun zeigen, wie die Realität mit einem krebskranken Kind aussieht. (Mehr dazu erfahrt ihr auch im Video oben.)

"Es bedeutet, jede Nacht neben seinem Sohn zu schlafen, weil er Angst hat, etwas könnte passieren"

Jessica Medinger postete auf Facebook ein Foto, das ihren zehnjährigen Sohn Drake zeigt. Dem Jungen ist seine Krankheit deutlich anzusehen - lediglich mit einer Windel bekleidet steht der abgemagerte Drake, dem bereits die Haare ausgefallen sind, vor der Kloschüssel im Badezimmer. Sein Gesicht ist schmerzverzerrt.

Das Bild allein ist schon erschütternd. Fast noch bewegender sind jedoch die Worte von Drakes Mutter zu dem Foto. Sie schreibt:

"An alle, die gegen Krebs kämpfen oder gerade eine Chemotherapie durchmachen. An alle, die diese schreckliche Krankheit haben. Es wird wirklich wirklich hart.

Dieses Foto ist von heute morgen, und bevor ihr jetzt anfangt zu schimpfen 'wie kann sie nur so ein Foto posten, wo es dem Jungen schlecht geht und er in einer Windel zu sehen ist, das ist unmöglich', möchte ich euch sagen: 1. Das Bild zeigt auch nicht mehr als ein Foto in Badehose und 2. Das Leben ist nicht immer politisch korrekt und schön, es ist real. Das Leben ist nicht schön, und Krebs zerstört Menschen.

Das Foto ist heute Morgen entstanden, nachdem ich Drake ins Badezimmer getragen habe. Ja, er trägt eine Windel, weil er in 75 Prozent der Fälle nicht kontrollieren kann, wann er pinkeln muss.

Diese Krankheit zu haben bedeutet außerdem, dass er Haut und Knochen ist, weil ich ihn darum anbetteln muss, dass er EINE grüne Bohne zum Abendessen isst oder ein Glas Wasser am Tag trinkt.

Es bedeutet, jede Nacht neben seinem Sohn zu schlafen, weil er Angst hat, etwas könnte passieren und damit meine ich sterben.

Es bedeutet, mit seinem Sohn mitten in der Nacht Gespräche darüber zu führen, ob er, wenn er stirbt, in den Himmel kommt und dort seinen Vater wiedersieht und mit ihm reden und spielen kann.

Es bedeutet, dass er zu schwach zum Aufstehen und Laufen ist und er getragen oder im Rollstuhl gefahren werden muss. Es bedeutet, dass er einschläft, während man mit ihm spricht, weil er so erschöpft ist.

Es bedeutet, dass er sich nach jeder Medizin übergeben und sonst ständig trocken würgen muss, weil sein Magen bis auf den einen Löffel Joghurt, den ich ihm mit seinen Tabletten gebe, leer ist.

Es bedeutet, 44 Chemotherapie-Tabletten innerhalb von 24 Stunden nehmen zu müssen.

Es bedeutet, ihn sagen zu hören "Mami, ich schaffe das nicht".

Es bedeutet, dass er nicht angefasst werden möchte, weil es zu sehr schmerzt, und ihm Morphium zu geben, damit er den Tag übersteht.

Es bedeutet, dass er Angst hat und denkt, er wird seinen elften Geburtstag nicht erleben.

Es heißt auch, dass ich ihm erzähle, wie ich weiter für ihn kämpfen werde, wenn er es nicht kann. Dass sind wir beide und das ist unsere Welt.

Das ist er, Drake, "Stinky Joe", meine ganze Welt. Von dem Moment, als ich erfuhr, dass ich schwanger bin bis in alle Ewigkeit wird er der Grund sein, warum ich lebe. Er ist mein Lächeln, meine Liebe, mein Herzschlag. Er ist auch meine Tränen, mein Schmerz und meine Sorge. Er ist mein Leben."

Gerade einmal vier Prozent der Gelder in der Krebsforschung fließen in die Erforschung von Krebserkrankungen bei Kindern. Hoffentlich hilft Medingers ehrlicher Post dabei, mehr Leute dazu zu bewegen, etwas zum Kampf gegen Kinderkrebs beizutragen.

Wenn ihr aktiv werden und selbst für krebskranke Kinder spenden wollt, könnt ihr das unter diesem Link bei der deutschen Krebshilfe tun.

Mehr zum Thema: Der Moment, in dem eine Mutter ihrem Sohn sagt, dass er doch weiterleben wird

Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

(lk)

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