AfD kurz vor der Spaltung? Gauland wirft Petry Verlogenheit wegen Le Pen-Treffen vor

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MEUTHEN GAULAND
In der AfD rumort es weiterhin gewaltig | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Die AfD-Spitzenpolitiker Meuthen und Gauland schießen in einem Interview mit der "Zeit" gegen Co-Chefin Petry
  • Hintergrund ist weiterhin das Parteiausschlussverfahren gegen den ultrarechten Höcke
  • AfD-Vize Gauland sagte der Seite, Petry gehe es nicht "um die Sache, sondern um Macht"
  • Meuthen kritisierte zudem Petrys Treffen mit Le Pen und Schirinowski

Der Machtkampf in der AfD-Spitze geht weiter: In einem Interview mit der Nachrichtenseite "Zeit Online" schießen nun AfD-Chef Jörg Meuthen und dessen Vize Gauland gegen AfD-Chefin Frauke Petry.

Diesmal geht es wohl um Treffen der AfD-Chefin mit zwei umstrittenen Politikern: Am Samstag traf sich Petry mit der Parteivorsitzenden der französischen rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, am Dienstag in Moskau mit dem Chef der Liberaldemokratischen Fraktion, Wladimir Schirinowski.

Zum Treffen mit Le Pen sagte Meuthen, LePens Positionen halte er in vielen Punkten für weit entfernt von der AfD, insbesondere protektionistische Bestrebungen und ihren Wunsch, den Euro aufzugeben.

"Sie sehen eine gute Gelegenheit, Höcke loszuwerden"

Es irritiere ihn, "wenn aus der Ecke, die das betreiben, ein Parteiausschlussverfahren gegen Herrn Höcke angestrengt wird", erklärte Meuthen der "Zeit".

Der ultrarechte AfD-Politiker Björn Höcke hatte eine umstrittene Rede zum deutschen Geschichtsverständnis gehalten. Deshalb beschloss der Bundesvorstand am Montag mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit, ein Parteiausschlussverfahren einzuleiten - ein Verfahren, das die rechtspopulistische Partei zu spalten droht.

Auch Petrys Treffen mit Schirinowski kritisierte Meuthen scharf: "Wie auch immer man es dreht und wendet, Schirinowski ist ein Rechtsextremist und Antisemit, hinlänglich bekannt für absurdeste Positionen". Der Politiker könne so kein Gesprächspartner der AfD sein.

AfD-Vize Gauland gab Meuthen in diesem Punkt Rückendeckung. Der "Zeit" sagte er, dass es jenen, die Höcke aus der Partei werfen wollten, nicht um die Sache gehe, sondern um Macht. "Sie sehen eine gute Gelegenheit, Höcke loszuwerden."

Spätestens seit dem Fall Höcke brodelt es gewaltig im AfD-Vorstand: Die Nachrichtenseite "Spiegel Online" hatte Anfang der Woche berichtet, Gauland und Meuthen hätten sich per Rundmail für für einen Parteiverbleib Höckes einsetzen wollen.

Ihr Vorhaben soll allerdings von einem Petry-nahen AfD-Vorstandsmitglied gestoppt worden sein.

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(ks)

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