Ernährung: Forscher haben einen neuen Weg gefunden, Alzheimer vorzubeugen - jeder sollte ihn kennen

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Forscher haben einen neuen Weg gefunden, Alzheimer vorzubeugen. | iStock
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Alzheimer ist bisher unheilbar. Aber vielleicht können wir bald schon verhindern, dass wir die Gehirnerkrankung überhaupt erst bekommen.

Denn: Forscher der Lund Universität in Schweden konnten jetzt zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Darmbakterien und der Entwicklung von Alzheimer gibt.

Die Bakterien, die in unserem Darm leben, haben einen großen Einfluss auf unser Immunsystem und unsere Gehirn. Dies konnten schon mehrere ältere Studien nachweisen.

Der Einfluss von Darmbakterien auf unser Gehirn

Für die neue Studie untersuchten die schwedischen Forscher gesunde und an Alzheimer erkrankte Mäuse sowie deren Darmflora. Sie fanden dabei heraus, dass die Mäuse, die an Alzheimer litten, andere Darmbakterien hatten als die gesunden Mäuse.

Daraufhin machten die Wissenschaftler ein weiteres Experiment: Sie nahmen Mäuse ohne Darmbakterien und teilten sie in zwei Gruppen.

Der ersten Gruppe pflanzten sie die Darmbakterien der an Alzheimer erkrankten Mäuse ein, woraufhin diese Ablagerungen im Gehirn entwickelten, die der Hauptindikator für Alzheimer sind. Die zweite Gruppe, die die Darmbakterien gesunder Mäuse bekam, entwickelte deutlich weniger Ablagerungen.

"Unsere Studie ist einzigartig, da sie einen direkten Zusammenhang zwischen Darmbakterien und der Alzheimer-Erkrankung aufzeigen kann", sagte Studienautorin Frida Fåk Hållenius in einem Statement.

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Vollkorn, Obst und Gemüse sorgen für eine gesunde Darmflora

Die schwedischen Forscher hoffen nun, dass ihre Entdeckung Alzheimer-Erkrankungen in Zukunft verhindern kann. Hållenius sagte im Gespräch mit der Huffington Post USA: "Alzheimer ist eine vermeidbare Krankheit. In der nahen Zukunft werden wir wahrscheinlich Empfehlungen geben können, was man essen muss, um Alzheimer vorzubeugen."

Ihr Rat lautet aber jetzt schon: "auf die Darmbakterien achten, indem man vor allem Vollkornprodukte, Obst und Gemüse isst".

Wie die Darmbakterien genau die Gesundheit des Gehirns beeinträchtigen können, haben die Forscher jedoch noch nicht herausgefunden. Hållenius sagte: "Wir denken, dass die Bakterien die T-Zellen im Darm beeinflussen, die wiederum die Entzündungsprozesse im Körper kontrollieren können – auch im Gehirn.“

Diese Annahme bestätigen auch andere Wissenschaftler. So heißt es auch auf der Webseite des Instituts für Neuropathologie der Uniklinik Freiburg: "Die Besiedlung des Darms mit Bakterien beeinflusst lebenslang die Immunabwehr des Gehirns und damit möglicherweise auch den Verlauf von Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Multipler Sklerose.“

Forschungsprojekt wird weitergeführt

Jetzt wollen die schwedischen Forscher herausfinden, wie genau sich mithilfe der Darmbakterien die Entwicklung von Alzheimer verhindern lässt. Bis sie genaue Ergebnisse haben, empfehlen sie, auf eine gesunde Darmflora zu achten. Dabei hilft eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.

Das Forschungsprojekt wird weitergeführt und mit 50 Millionen Euro von der EU gefördert – außerdem nehmen nun auch Forscher aus Deutschland und Belgien teil.

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(lk)

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