Trump hat offenbar einen neuen Weg gefunden, um seine kruden Thesen zu belegen - er fälscht Statistiken

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TRUMP
Der US-Präsident soll erwägen, Statistiken zu manipulieren, berichtet die Nachrichtenseite WSJ | Carlos Barria / Reuters
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  • Trump erwägt scheinbar, Statistiken zum US-Handelsdefizit in seinem Sinne zu beeinflussen
  • Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insiderkreise
  • Demnach soll das Defizit mit Hilfe eines Tricks größer dargestellt werden, als es ist

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump erwägt wohl, das US-Handelsdefizit in Zukunft anders zu berechnen – wohl um die Zahlen dramatischer aussehen zu lassen, als sie eigentlich sind. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "The Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider-Kreise.

Demnach will die Trump-Regierung zukünftig bestimmte Exporte nicht mehr miteinberechnen, um das Handelsdefizit größer erscheinen zu lassen. Betroffen wären sogenannte Re-Exporte - also Produkte, die zunächst in die USA importiert werden um anschließend unverändert exportiert zu werden.

Das bedeutet: Ein Auto, das von Deutschland in die USA importiert würde, um anschließend nach Kanada exportiert zu werden, würde unter der Änderung – anders als bisher - nur noch als Import und nicht länger als Export gezählt werden.

Das Handelsdefizit eines Landes beschreibt eine wirtschaftliche Situation, in der ein Land mehr Waren importiert als exportiert. Trump hatte während seines Wahlkampfs die Importzahlen der USA kritisiert.

Trumps Welt der "alternativen Fakten"

Der US-Präsident macht den internationalen Handel für den Wegfall von vielen Industriearbeitsplätzen in den USA verantwortlich. Gerade China mit seiner Vielzahl an billigen Arbeitskräften gibt er die Schuld.

Mithilfe der frisierten Zahlen will die Trump-Regierung scheinbar Unterstützung in der Bevölkerung für dessen Isolationskurs gewinnen.

Trumps Versuch stieß in der Regierung allerdings auf Widerstand: Die zuständigen Beamten beim US-Handelsbeauftragten hätten ihren Entwurf für die Änderung der Statistik nur unter Protest abgeliefert, berichtet das "Wall Street Journal".

Es wäre nicht der erste Versuch der Trump-Regierung, Fakten in dessen Sinne zu verdrehen. Wenige Tage nach seiner Inauguration hatte Trump-Beraterin Kellyanne Conway im Streit über die Zahl der Teilnehmer an Trumps Vereidigung belegbar falsche Angaben des Weißen Hauses als "alternative Fakten" bezeichnet.

Gleichzeitig verschwanden von der Website des Weißen Hauses Infoseiten zum Klimawandel - inklusive umfassenden Datenmaterials. Stattdessen verspricht dort nun Trumps "America First Energy Plan", dass "schädliche und unnötige Strategien" wie Obamas Klima-Aktionsplan und umfassende US-Wasserschutzgesetze abgeschafft werden sollten.

Mit Material der dpa.

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(ks)

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