"Nur über unsere Leichen": Wie Indianervölker Trumps Mauer verhindern wollen

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ODHAM ARIZONA
Der Stamm der Tohona O’odham Nation will Trumps Mauer verhindern | John Moore via Getty Images
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  • Der Stamm der Tohona O'odham Nation hat angekündigt, Trumps Mauer zu verhindern
  • Die von Trump geplante Mauer würde das heilige Land des Stammes zerteilen
  • Vor Gericht könnte der Stamm gute Chancen haben, gegen Trump zu gewinnen

"Ich werde eine wunderschöne, große Mauer zu Mexiko bauen", verspricht der US-Präsident Donald Trump. "Nur über unsere Leichen", antwortet ihm ein indigener Stamm in Arizona – und könnte dem Präsidenten so tatsächlich einen Strich durch die Rechnung machen.

Seit 10.000 Jahren lebt der Stamm der Tohona O’odham Nation im heutigen Grenzgebiet zwischen dem US-Bundesstaat Arizona und dem angrenzenden Mexiko.

Würde der US-Präsident Trump – wie angekündigt - eine Mauer zwischen beiden Ländern errichten lassen, würde das Land der rund 28.000 Mitglieder in der Mitte zerrissen. 150 Kilometer von Trumps geplanter Mauerroute, würden dann durch das heilige Land der Tohona O’odham schneiden.

"Nur über meine Leiche"

Bereits Ende Januar kündigte das indigene Volk deshalb an: Wenn Trump seine Drohung wahr machen will, wird der Stamm der Tohona O’odham gegen ihn vorgehen. Der stellvertretende Vorsitzende des Stamms verkündete in einem Statement gar, Trump könne die Mauer nur "über seine Leichen bauen".

Diese Worte erinnern an andere, massive Widerstandsbewegungen durch indigene Völker – wie jüngst der Gegenbewegung gegen den Bau einer Pipeline durch das Land der Sioux bei "Standing Rock" in North und South Dakota, der international mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

"Trump wird einen sehr schweren und langen Kampf führen müssen"

Doch auch vor Gericht hätte der Stamm gute Chancen gegen Trump zu gewinnen. Denn: Das Land indigener Völker in den USA gilt als autonomer Boden – auch ein US-Präsident kann das nicht so leicht angreifen. "Trump wird einen sehr schweren und langen Kampf mit den O’odham führen müssen", sagte dazu Paul Grijalva, Kongressmitglied der Demokraten in Arizona im Interview mit der britischen Nachrichtenseite "The Guardian". "Sie wissen, dass ihre Unabhängigkeit auf dem Spiel steht".

"Es wird unsere Zeremonie-Stätten betreffen. Es wird die Umwelt betreffen. Wir haben hier Wildtiere und sie haben ihre eigenen Zugwege", erklärte Bradley Moreno, Mitglied der Tohona O’odham, im Interview mit der Nachrichtenseite. "Da sind so viele Dinge, die uns daran stören. Die Idee dahinter ist einfach rassistisch."

Auch andere indigene Stämme stellen sich gegen Trumps Mauer

Die Tohona O’odham Nation sind nicht das einzige indigene Volk, das sich gegen die Mauer stellt. Auch die Kumeyaay in Kalifornien, die Kickapoo in Texas und die Cocopah, ebenfalls in Arizona, leben auf Grenzgebiet zu Mexiko - und haben sich öffentlich gegen den geplanten Mauerbau gestellt.

Der umstrittene US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer errichten zu lassen, um Drogenschmuggel und illegale Einwanderung zu stoppen. Während seines Wahlkampfs hatte Trump Mexikaner wiederholt als Drogenhändler und Vergewaltiger diffamiert.

Das Megaprojekt an der 3200 Kilometer langen Grenze dürfte nach Schätzungen rund 20 Milliarden US-Dollar kosten. Trump will, dass Mexiko für das Bauwerk zahlt - das Land weigert sich allerdings vehement dagegen.

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