Eins zu Null für Petry: Der interne Machtkampf in der AfD geht in die nächste Runde

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PETRY MEUTHEN
Der interne Machtkampf geht in die nächste Runde | NurPhoto via Getty Images
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  • Die AfD-Spitze streitet sich weiter um den Fall Höcke
  • Der AfD-Vize Gauland wollte sich wohl in einer Rundmail an die Parteibasis für Höcke einsetzten
  • Ein Petry-nahes Vorstandsmitglied soll die Mail verhindert haben
  • Das berichtet "Spiegel Online"

Im Fall um das Ausschlussverfahren gegen den AfD-Politiker Björn Höcke brodelt es weiterhin gewaltig in der Partei.

Der AfD-Vize Alexander Gauland wollte sich "Spiegel Online" zufolge per Rundmail für einen Parteiverbleib Höckes einsetzen. Sein Vorhaben soll allerdings von einem Petry-nahen AfD-Vorstandsmitglied gestoppt worden sein.
Laut dem Bericht soll Gauland, der sich in der Vergangenheit immer wieder hinter den höchst umstrittenen Höcke gestellt hatte, in der Mail dazu aufgerufen haben, den Ausschlussantrag gegen diesen zurückzuziehen. Weiterleiten sollte diese wohl der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen.

"Höcke bleibt unser Freund"

"Der Feind steht im Lager der Konsensparteien von CDU, SPD, Grünen und Linken", schrieb Gauland laut "Spiegel Online" in der betreffenden Mail. "Björn Höcke dagegen bleibt unser Freund - auch wenn er geirrt hat".

Die Rundmail soll laut der Nachrichtenseite allerdings nie verschickt worden sein. Das Petry-nahe Vorstandsmitglied Dirk Driesang soll am Dienstag im Vorstand dafür geworben haben, die Nachricht nicht weiterleiten zu lassen.

Die Nachrichtenseite zitiert eine Mail Driesangs, in der er dem Vorstand dazu geraten habe, "aufgrund der momentanen, sehr angespannten Lage" zu beschließen, "bis auf weiteres keine Rundmails in der Angelegenheit 'Höcke' mehr zu verschicken". Meuthens Co-Vorsitzende Frauke Petry soll eine der ersten gewesen sein, die diesem Vorschlag zustimmten.

Meuthen habe dem Vorschlag ebenfalls zugestimmt, berichtet die Nachrichtenseite. Allerdings nur unter dem Einwand, dass die bereits vorliegende Rundmail von Gauland nicht mehr von der Regelung betroffen sein sollte. Verschickt wurde die Mail scheinbar trotzdem nicht - damit steht es wohl eins zu null für Petry.

Höcke entschuldigt sich für "Bierzeltrede"

Thüringens vom Parteiausschluss bedrohter AfD-Landeschef Björn Höcke hatte sich jüngst bei der Parteibasis für seine umstrittene Rede zur deutschen Erinnerungskultur um Entschuldigung gebeten.

"Ich habe ein großes, ein wichtiges Thema leider in einer Bierzeltrede vergeigt", sagte Höcke am Samstag auf einem Thüringer Landesparteitag in Arnstadt. Er sei in eine falsche Tonlage gefallen, habe Interpretationsspielräume zugelassen. "Das war ein Fehler. Dafür möchte ich mich hier entschuldigen."

Der 44-Jährige, der als Rechtsaußen in der AfD gilt, bekräftigte zugleich, er habe nicht gegen das Parteistatut verstoßen. Unter dem Beifall der Delegierten und Höcke-Rufen sagte er: "Ich verspreche euch, ich habe nicht vor, die AfD zu verlassen."

Unterstützung bekam Höcke dort auch von AfD-Vize Gauland: "Eine Rede wie die in Dresden, etwas verändert, auch in der Tonlage, lieber Björn Höcke, im Bundestag - und wir hätten die Republik gerockt", lobte er den Politiker nach dessen Entschuldigung.

Der Bundesvorstand hatte zuvor ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke beschlossen und damit auf dessen Rede in Dresden reagiert. Der Thüringer AfD-Politiker hatte unter anderem eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert. Er beklagte, die positiven Elemente der deutschen Historie würden im Vergleich zu den Gräueltaten der Nazi-Zeit nicht genügend beachtet.

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