Sex mit 13-Jährigen? Das sind die kruden Ansichten des Popstars der Neuen Rechten

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YIANNOPOULOS
Sex mit 13-Jährigen? Das sind die kruden Ansichten des Popstars der Neuen Rechten | Barcroft Media via Getty Images
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UPDATE 21.2.2017, 20:40 Uhr:Milo Yiannopoulous ist in Folge des hier geschilderten Vorfalls als "Breitbart"-Redakteur zurückgetreten.

Wenn Milo Yiannopoulous spricht, hat er die Beine übereinander geschlagen. Er trägt ausgefallene Outfits, Hipster in New York oder Paris würden sie wohl modisch nennen. Vielleicht sogar der Zeit voraus.

Immer wieder unterbricht er seine Sätze, lächelt, schiebt einen gut getimten Witz hinterher. Yiannopoulous ist nicht nur eloquent, sondern geradezu charmant. Was unwissende Zuhörer nicht ahnen: Er ist ein radikaler Nationalist, ein Trump-Unterstützer, der wohl skandalträchtigste Anführer der Neuen Rechten in den USA.

Er ist leitender Redakteur der rechten Nachrichtenseite "Breitbart“. Jener Seite, die im Ruf steht, Donald Trump mit ihrer Berichterstattung zum 45. US-Präsidenten gemacht zu haben.

Jetzt hat Yiannopoulous mit einer besonders geschmacklosen Aussage über "Sex mit 13-Jährigen" für einen Skandal gesorgt.

Dabei war es längst nicht der erste Tabubruch, den Yiannopoulous sich geleistet hat. Im Gegenteil: Der blonde Exzentriker lebt von seinen skrupellosen Attacken auf Linke und Minderheiten, seinen absurden Kolumnen über gesellschaftliche und politische Entwicklungen und seiner bis zur Ekstase übersteigerten politischen Inkorrektheit.

So wurde er zur bunten Pop-Ikone einer ganz und gar nicht bunten Bewegung.

1. Wieso reden jetzt alle über Yiannopoulous?

Milo Yiannopoulos ist von der ab Mittwoch stattfindenden konservativen Polit-Konferenz CPAC ausgeladen worden. Grund ist ein Video, das nun auftaucht ist. Es rückt Yiannopoulous eindeutig in eine pädophile Ecke.

Der "Breitbart“-Autor hatte in einem Clip unter anderem sexuelle Beziehungen von Männern mit 13-jährigen Jungen verteidigt.

Yiannopoulos sagte darin unter anderem, ältere Männer könnten den "Jungen helfen, herauszufinden, wer sie sind und ihnen Sicherheit geben, sie mit Liebe versorgen und ein verlässlicher Fels sein“. Er selbst ist homosexuell.

Bei Facebook gab der Autor zu, sprachlich einen "Fehler gemacht“ zu haben. Er habe nicht sagen wollen, Sex mit 13-Jährigen sei okay. Er habe sich dabei nur auf das Alter bezogen, in dem er selbst seine Jungfräulichkeit verloren hatte.

Doch der Schaden war bereits angerichtet: Am Montag teilte zudem der Verleger von Yiannopoulos' geplantem Buch "Dangerous“ mit, dieses aus seinem Angebot zu nehmen. Es sollte im Juni erscheinen.

Doch kann die Aussage für die Glitzer-Karriere des "Breitbart"-Autoren tatsächlich gefährlich werden? Es ist schwer zu glauben.

2. Welche Positionen vertritt Yiannopoulos noch?

Yiannopoulos füllt Hallen, bei Facebook und Youtube hat er zusammen fast drei Millionen Follower. Seine irren Thesen kommen an – obwohl sie fast immer weit über das Ziel hinausschießen.

Der "Stern" bezeichnete den Provokateur als "Donald Trumps schönsten Hassprediger". Eine Beschreibung, die nicht nur die politische Agenda von Yiannopoulos trifft, sondern auch die politische Bedeutung, die ihm im politisch inkorrekten Amerika mittlerweile zukommt.

Kritiker werfen Yiannopoulos vor, an eine Überlegenheit der "weißen Rasse“ zu glauben. Selbst sagt der "Breitbart“-Autor, er glaube lediglich an eine Überlegenheit der westlichen Zivilisation. Doch seine Ideologie ist klar:

Immer wieder veröffentlichte er bei "Breitbart“ explizit frauenfeindliche Artikel. So etwa einen Kommentar mit dem Titel "Die Pille macht Frauen hässlich und verrückt“ oder einen Aufruf, Frauen sollten "raus aus dem Internet“, wenn sie sich durch Hasskommentare schikaniert fühlten.

Im vergangenen Sommer wurde Yiannopoulos’ Twitteraccount gesperrt, nachdem er einen rassistischen Mob gegen die schwarze "Ghostbusters“-Schauspielerin Leslie Jones angeführt hatte.

Yiannopoulos liebt die Provokation – und scheint sein ganzes Leben nach dieser Maxime zu leben. So behauptet er, sein Lebensgefährte sei schwarz und früher Muslim gewesen – ein offensichtlicher Widerspruchs zu den rassistischen Kommentaren, die er immer wieder abgibt.

Dahinter steckt eine perfide Strategie, die Yiannopoulos einmal selbst erklärt hat: "Wenn jemand dich einen Anti-Semit nennt, gehst du auf seine Seite und lädst ganz viele Hakenkreuzbilder hoch.“ Anschließend behauptet man dann, das ganze sei nur ein "Streich“, die Vorwürfe seien haltlos. Und die treuen Follower gehen dann auf die los, die sich empört hatten, bezeichnen sie als "Heulsusen“.

Yiannopoulos hat das "Trollen“ in den sozialen Medien über Jahre perfektioniert. Schwer vorstellbar, dass es sich nun ausgetrollt haben soll.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

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