Bill Gates über Trump: "Wir sollten uns Sorgen machen"

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Bill Gates über Trump: "Wir sollten uns Sorgen machen" | Michaela Rehle / Reuters
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  • Bill Gates warnt vor den Folgen mangelnder internationaler Zusammenarbeit
  • Seine Albträume: Atomkrieg, Pandemie und Klimawandel

Bill Gates ist als Microsoft-Gründer einer der erfolgreichsten Geschäftsleute der Erde. Gates ist als Kopf der Bill and Melinda Gates Stiftung einer der einflussreichsten und international am besten vernetzen Köpfe.

Wenn also Gates über internationale Politik, globale Wirtschaft und internationale Zusammenarbeit spricht, dann hat das Gewicht.

Gates also sagte in einem Interview im Deutschlandfunk am Dienstagmorgen, ihn quälten drei Albträume: "Atomkrieg, Pandemie und Klimawandel".

Gates adressierte damit drei der größten internationalen Themen:

Die Spannungen auf internationalem Parkett sind groß derzeit. Seit Jahren steigen die Spannungen zwischen Russland und westlichen Ländern infolge der russischen Annexion der Krim. Und die nationalistische und schwer berechenbare Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump stellt die internationale Zusammenarbeit insbesondere der USA mit Europa auf eine besondere Probe.

Gates verweist auf die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg

"Ich glaube, wir sollten uns schon Sorgen machen", sagte Gates deswegen.

Er verwies darauf, dass die internationale Partnerschaft schon "fantastisch" gewesen sei. "Ich glaube, ihr Erfolg ist manchmal so groß, dass die Leute je mehr den Blick dafür verlieren, je erfolgreicher man arbeitet."

Vor dem Zweiten Weltkrieg, sagte Gates, hätten alle Anzeichen "auf die Notwendigkeit von einer geeigneten Handelspolitik, einer guten Einwanderungspolitik und auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit hin. Es war klar: Wir stehen alle besser da, wenn wir so etwas haben."

Jeder weiß, was dann folgte. Nationalismus, mindestens 50 Millionen Tote, die Spaltung der Welt in Ost und West.

Gates hält Pandemie für größtes Risiko

Der Klimawandel ist ebenfalls nur noch durch eine gemeinsame Anstrengung der Weltgemeinschaft zu bremsen. Trumps Vorgänger Barack Obama hatte das Thema ernst genommen - Trump jedoch hat Scott Pruitt zum Leiter der Umweltbehörde gemacht, der den Klimawandel leugnet.

Am meisten Sorge, so Gates, bereite ihm die Gefahr einer Pandemie, "die ja aller Wahrscheinlichkeit nach dramatisch größer sein könnte, als es selbst Ebola war". Wenn es in den kommenden Jahrzehnten Millionen Tote gebe, dann am ehesten durch eine globale Krankheit.

Auch in diesen Zusammenhang verwies Gates auf die Bedeutung - und die Erfolge - internationaler Zusammenarbeit. Er sagte, er habe auch schon mit Trump gesprochen, um ihm zu erklären, wie wichtig es sei, Stabilität und Wirtschaft in Afrika so zu sichern, dass die Länder beim Ausbruch einer tödlichen Krankheit angemessen reagieren könnten. Bei dem Gespräch habe Trump allerdings keine Zusagen gemacht.

Gates vertritt also - schon lange - eine Botschaft der Versöhnung, der Menschlichkeit, nicht des Geschäftemachens. In einem Tweet zum Valentinstag brachte er das auf den Punkt:

"Die beste Investition, die man tätigen kann, ist die in das Leben anderer."

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