Juso-Chefin Uekermann fordert Abschiebe-Stopp: "Wäre mir lieber, wenn alle bleiben könnten"

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Juso-Chefin Uekermann fordert ein Bleiberecht für alle Migranten | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Juso-Chefin Johanna Uekermann hat sich gegen die Abschiebung von Migranten ohne Bleibeperspektive ausgesprochen
  • Damit geht sie auf Distanz zu Forderungen aus der SPD nach konsequenteren Abschiebungen

Juso-Chefin Johanna Uekermann hat sich gegen die Abschiebung von Migranten ohne Bleibeperspektive ausgesprochen.

"Mir wäre es lieber, wenn alle bleiben könnten", sagte Uekermann der "Welt". Jeder Mensch habe das Recht auf eine Prüfung seines Herkunftsrechts.

SPD-Vertreter hatten zuletzt eine konsequentere Abschiebung von Asylbewerbern ohne Bleiberecht gefordert. Deswegen lehnten die Jusos auch das Konzept der „sicheren Herkunftsstaaten“ ab, erklärte Uekermann.

"Keine Selektion nach rein wirtschaftlichen Faktoren"

Der Begriff bezeichnet Länder, von denen der Gesetzgeber annimmt, in ihnen finde keine politische Verfolgung statt. Asylanträge aus diesen Staaten werden in der Regel abgelehnt. Die Anwendung des Konzepts ist umstritten, weil der Bund auch politisch instabile Staaten wie Afghanistan als „sichere Herkunftsstaaten“ einstuft.

Auch dem SPD-Entwurf zu einem neuen Einwanderungsgesetz steht Uekermann ablehnend gegenüber.

„Wir wollen keine Selektion nach rein wirtschaftlichen Faktoren, wie es der aktuelle Entwurf vorsieht“, so die Juso-Vorsitzende in der „Welt“. Das Vorhaben benachteilige vor allem Frauen massiv, kritisierte Uekermann.

Frauen hätten in ihren Heimatländern seltener Zugang zu Bildung und seien daher „wirtschaftlich für Deutschland nicht interessant“. Auf der anderen Seite würden gut integrierte, junge Menschen abgeschoben, die in Deutschland eine Ausbildung absolvieren oder zur Schule gehen.

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(jg)

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