SPD-Politikerin Kraft verrät bei "Hart aber Fair" schon im ersten Satz Martin Schulz' größte Schwäche

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SPD-Politikerin Kraft verrät bei "Hart aber Fair" schon im ersten Satz Martin Schulz' größte Schwäche | ARD Screenshot
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  • Bei "Hart aber Fair" ging es um SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
  • Dessen Parteikollegin Hannelore Kraft erklärte, Schulz vertrete politisch nichts anderes als Sigmar Gabriel

Martin Schulz hält das politische Berlin in Atem. Dank dem neuen SPD-Spitzenkandidaten könnten die Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl tatsächlich zur stärksten Kraft werden.

Bei "Hart aber Fair“ ging es am Montagabend daher um die Frage: Ist Schulz tatsächlich die erhoffte Alternative zu Merkel? Und hält der SPD-Höhenflug bis zum Gang an die Wahlurnen an?

CDU-Europapolitiker Herbert Reul und FDP-Chef Christian Lindner, bei Talkmaster Frank Plasberg zu Gast, wollen das verhindern. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die bei Plasberg für Schulz stritt, glaubt fest an den sozialdemokratischen Wahlsieg.

Doch bereits mit ihren ersten Sätzen ließ Kraft unabsichtlich durchblicken, was für den SPD-Kanzlerkandidaten zum größten Problem werden könnte. Kraft erklärte über Schulz’ politisches Profil: "Er sagt ja nichts anderes als Sigmar Gabriel sagt, oder als ich sage“.

Studentin bestätigt das große Schulz-Problem

Der Umkehrschluss, den Kraft damit zuließ, dürfte vielen in ihrer Partei nicht gefallen. Denn der bedeutet: Trotz der Euphorie, die Schulz derzeit umgibt, einen politischen Wandel wird er nicht bringen. Und den versprechen sich viele vom Nachfolger des unbeliebten Sigmar Gabriel.

Also alles nur heiße Luft?

Das wollte Frank Plasberg auch von der 22-jährigen Studentin Katharina Litz wissen. Sie war am Tag nach der Ernennung von Schulz zum Kanzlerkandidaten in die SPD eingetreten – und schien bei "Hart aber Fair“ einem klaren Skript zu folgen.

Das hieß: "Die Euphorie hat mich einfach mitgenommen.“ Inhaltlich wollte auch die Studentin wenig beitragen, sagte dann so gar: "Wir leben ja eh in einem postfaktischen Zeitalter, von daher.“

Ist Schulz also nur ein Populist? Immerhin relativierte die 22-Jährige: Die SPD sei ja bereits der inhaltliche Motor der Großen Koalition und bis zur Wahl sei immerhin fast noch ein Jahr Zeit.

Kraft bittet um Geduld

Das war auch die Argumentation, auf die Kraft immer wieder einstieg: "Nun warten Sie doch mal ab“, grätschte sie immer wieder dazwischen, wenn Lindner oder Reul auf eine inhaltliche Debatte pochten.

Als es dann tatsächlich zu dieser kam, tat sich der CDU-Europapolitiker jedoch keinen Gefallen. Er verzettelte sich stark in der Brüsseler Vergangenheit von Martin Schulz. Reul, Autor des neunseitigen Dossiers, mit dem seine Partei in Berlin Verfehlungen des Ex-EU-Parlamentschef aufdecken wollte, wollte sich detailliert an dessen Vergangenheit abarbeiten.

Zu detailliert: Moderator Plasberg sah sich dazu gezwungen, jäh dazwischen zu grätschen. "Ich versteh nicht wovon sie reden, ich versteh einfach nicht, wovon sie reden“, würgte er den CDU-Politiker ab, der auch sonst keine sonderlich gute Figur machte.

Kraft antwortete auf seine Attacken gegen Schulz abgeklärt: "Wenn das alles so schrecklich ist, wieso hat ihre Fraktion ihn dann zwei Mal zum Präsidenten gewählt?“

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