Griechenland-Krise: Wirtschaftsrat der CDU schließt Grexit nicht aus

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Griechenland-Krise: Wirtschaftsrat der CDU schließt Grexit nicht aus | tatakis via Getty Images
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  • Der Wirtschaftsrat der CDU schließt einen Grexit nicht aus
  • Der Rat kritisierte, die griechische Regierung erfülle die Auflagen für die Kredite nicht
  • Die Kontrollgremien machten Griechenland zu viele Zugeständnisse

Der Wirtschaftsrat der CDU schließt einen Austritt Griechenlands aus der EU als Lösung der neuerlichen Finanzkrise des Landes nicht aus.

Im Streit über Reform- und Sparauflagen für Griechenland dürfe es keine Denkverbote geben, sagte der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Montag. Ein Grexit müsse demnach in Betracht gezogen werden.

Steiger lehnte außerdem „weitere Rabatte“ für die Regierung in Athen strikt ab - und distanzierte sich damit von entsprechenden Forderungen des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz. Dieser sagte der "Deutschen Presse-Agentur" am Montag: "Wir müssen denen, die Europa spalten wollen, entschieden entgegentreten. Deshalb ist das neuerliche Grexit-Gerede so gefährlich."

"Griechenland hangelt sich von Kredit zu Kredit"

Den Wirtschaftsrat der CDU stört derweil die angeblich mangelnde Reformbereitschaft der griechischen Regierung. "Griechenland hangelt sich von Kredit zu Kredit und hat bis heute nicht die Sparauflagen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) erfüllt“, kritisiert Ratschef Steiger in der "NOZ".

In dieser Situation sei es das „vollkommen falsche Signal“, Schuldennachlässe zu gewähren. Dies würde dem Eingeständnis gleichkommen, eine Daueralimentierung Griechenlands zulasten der solideren Länder und der Sparer zu akzeptieren.

Als „zu weich“ kritisierte Steiger die Haltung der EU und der EZB, die durch Inkonsequenz und billiges Geld die Staatsschuldenkrise noch verlängerten. Dem Vorstoß der CSU, die Eurorettung ohne den IWF fortzusetzen, erteilte Steiger eine Absage. Der IWF müsse als „objektive Instanz im Boot bleiben“.

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(sk)

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