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20/02/2017 17:09 CET | Aktualisiert 20/02/2017 17:13 CET

Forscher verglichen Gehirne von Müttern und kinderlosen Frauen - und machten einen erstaunlichen Fund

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Nach der Schwangerschaft sind viele Frauen zunächst vergesslicher - Forscher haben nun untersucht, warum.

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Hattet ihr während eurer Schwangerschaft auch das Gefühl, dass euer Gedächtnis nachlässt? Laut einer Studie, die im Magazin "Nature Neuroscience" veröffentlicht wurde, gibt es eine wissenschaftliche Erklärung für den Zustand.

Für die Untersuchung wurden die Gehirne von 25 Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft beobachtet. Um einen Vergleich ziehen zu können, wurden auch 20 Frauen, die kein Kind erwarteten, 19 Väter und 17 Männer ohne Kinder in die Studie einbezogen.

Tatsächlich konnten die Wissenschaftler einen Unterschied in der Anzahl der grauen Zellen feststellen. Die graue Substanz hilft uns dabei, Informationen zu verarbeiten.

Nach der Geburt hatten die Mütter graue Zellen verloren und zwar in einem Ausmaß, dass die Wissenschaftler schon an den Scans allein erkennen konnten, ob es sich um eine Mutter oder kinderlose Frau handelte.

Reduktion der grauen Substanz nicht unbedingt negativ zu betrachten

Gehirnzellen zu verlieren klingt schlecht, doch laut Elseline Hoekzema, Neurowissenschaftlerin an der Leiden University in den Niederlanden, ist eine "Reduktion der grauen Substanz nicht unbedingt negativ zu betrachten".

Schon während unserer Teenager-Jahre findet eine ähnliche Veränderung im Gehirn statt, die "essentiell für die normale kognitive und emotionale Entwicklung ist", so Elseline Hoekzema.

Weitere Experimente deuten darauf hin, dass es für die Veränderung während der Schwangerschaft einen guten Grund gibt: Das Gehirn reagiert aufgrund der veränderten Struktur stärker auf das Neugeborene.

Schwangerschaftshormone wohl verantwortlich für die Veränderung

Wurden den Müttern Bilder von Ihren Säuglingen gezeigt, reagierten die betroffenen Hirnregionen stärker. Auch die Auswertung eines Fragebogens, den die Studienteilnehmerinnen ausfüllten, zeigte die höhere Bindung zu ihrem Baby.

Diese Veränderung kann bis zu zwei Jahre anhalten. Auf Väter hingegen trifft die Veränderung nicht zu. Die Forscher schließen daher einen sozialen Hintergrund aus. Stattdessen vermuten die Wissenschaftler, dass die Schwangerschaftshormone schuld sind.

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(lk)

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