Der Bildstürmer: Fünf Gründe, warum Trump McMasters Ernennung zum Nationalen Sicherheitsberater bereuen könnte

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General Herbert Raymond McMaster soll der neue Nationale Sicherheitsberater der USA werden | Kevin Lamarque / Reuters
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US-Präsident Donald Trump fiel die Suche nach einem Nachfolger für seinen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn nicht leicht. Dieser war nach nur wenigen Wochen im Amt gestürzt, weil er Vizepräsident Mike Pence und andere angelogen hatte. Auch sein Wunschkandidat, Robert Harward, hatte abgesagt.

Jetzt soll es der Drei-Sterne-General Herbert Raymond McMaster werden.
Das gab Trump am Montag in seinem Domizil in Mar-a-Lago in Florida bekannt. McMaster ist bereits jetzt eine Legende - und könnte für Trump ein mehr als unbequemer Sicherheitsberater werden. Seine Angewohnheit, etablierte Ansichten in Frage zu stellen, brachte ihm den Spitznamen "Bilderstümer" ein. Er kritisierte zum Beispiel die Ansicht, dass sich Kriege aus der Ferne mit Präzisions-Luftschlägen und geringen eigenen Verlusten gewinnen lassen. Hier fünf Gründe, warum Trump diese Wahl noch bereuen könnte:

1. McMaster hat mit dem Trump-Lager nichts am Hut

McMaster hat keinerlei Verbindungen zum Trump-Lager. Im Unterschied zu Michael Flynn sprach er sich während des Wahlkampfs nicht für Trump als Präsident aus. Er gilt als unideologischer Pragmatiker, der ausspricht, war er denkt - auch wenn es für ihn mit Rückschlägen bei der Karriere verbunden ist.

2. Seine Wahl ist ein Friedensangebot an die Kritiker in den Reihen der Republikaner

Die Wahl von McMaster scheint ein Friedensangebot an Trumps Kritiker in den Reihen der Republikaner zu sein. Hinter den Kulissen hatten die eine Kampagne geführt, um Trump davon zu überzeugen, McMaster zum Sicherheitsberater zu machen. Senator John McCain, einer der schärfsten Kritiker Trumps bei den Republikanern, applaudierte sofort zur Wahl: "Ich könnte mir kein fähigeres Nationales Sicherheitsteam vorstellen, als das, welches wir nun haben", sagte er.

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3. Er ist bereits jetzt eine Legende - das wird es für Trump nicht einfacher machen

Ein Kampf während des zweiten Golfkrieges, die Schlacht von 73 Easting, machte McMaster zur Legende. Er führte als Hauptmann ("Captain") eine Gruppe von neun Panzern, die sich gegen eine zahlenmäßig stark überlegene Zahl irakischer Truppen durchsetzte. Die Schlacht wurde später in einem Buch von Tom Clancy verarbeitet. Im Irak führte er die Einheit an, welche die Stadt Tal Afar unter Kontrolle brachte. Seine Methoden, um gegen Aufständige vorzugehen, wurden später von General David Petraeus, dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte im Irak, übernommen. 2014 wurde McMaster vom "Time Magazine" als eine der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten benannt.

4. Er hält es für die Pflicht des Militärs, den Präsidenten bei Fehlentscheidungen zu konfrontieren

McMaster vertritt die Ansicht, dass das Militär die Verantwortung habe, sich gegen seine zivilen Vorgesetzten zu wehren, wenn die Strategien verfolgen, die nicht funktioniere. Er Veröffentlichte 1997 das Buch "Dereliction of Duty" ("Pflichtvernachlässigung") über die Niederlage der USA im Vietnamkrieg. In dem Werk kritisierte er das Militär der USA dafür, dass es sich nicht gegen die Strategie von Präsident Lyndon B. Johnson und Verteidigungsminister Robert McNamara durchgesetzt habe, obwohl diese offensichtlich nicht funktionierte. Das Buch ist heute Pflichtlektüre für Generäle und Oberste des Marine Corps und immer noch großen Einfluss im Pentagon. Später kritisierte er die Art, wie Präsident George W. Bush im Irak Krieg führte.

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5. Erhält die US-Streitkräfte für schlecht gerüstet

McMaster sagte vor einem Gremium des Senats im letzten Jahr, die Vereinigten Staaten würden in Reichweite und Feuerkraft von "zahlreichen potentiellen Gegnern" übertroffen. "Unsere Armee ist in Gefahr, in Zukunft zu klein zu werden, um die Nation zu beschützen." Die ständige Verkleinerung der Streitkräfte müsse gestoppt werden. Er warnte auch davor, dass Russland dabei sei, einen technologischen Vorsprung vor den USA bei Panzern und Kampfdrohnen zu erhalten.

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