Algerische Regierung sagt Merkel-Empfang kurzfristig ab

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MERKEL ALGERIA
Angela Merkel und der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika bei einem früheren Treffen | Zohra Bensemra / Reuters
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  • Die algerische Regierung hat den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel spontan abgesagt
  • Das berichtet die algerische Huffington Post unter Berufung auf eine Regierungsmitteilung
  • Demnach soll der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika an einer "akuten Bronchitis" leiden

Die algerische Regierung hat den für heute geplanten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in letzter Minute abgesagt.

Hintergrund ist wohl der Gesundheitszustand des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika, der schon zwei Schlaganfälle hatte. Dieser sei wegen einer Krankheit nicht verfügbar, hieß es. Das berichtet unter anderem die nordafrikanische Ausgabe der Huffington Post unter Berufung auf eine Mitteilung der Regierung.

Demnach leidet Präsident Abdelaziz Bouteflika an einer "akuten Bronchitis" und kann deshalb die Kanzlerin nicht empfangen. Der Besuch soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, berichtet die Seite.

Kanzlerin wollte über Eindämmung der Fluchtbewegung sprechen

Kanzlerin Angela Merkel hätte an diesem Montag nach Algerien reisen sollen, um sich für eine Eindämmung der Fluchtbewegung über das Mittelmeer und den Kampf gegen Terrorismus in Nordafrika einzusetzen.

Die frühere französische Kolonie gilt als wichtiger Akteur für Stabilität und Sicherheit in der Region, wie es aus Kreisen der Bundesregierung hieß.

Der Wüstenstaat Algerien, das größte Flächenland Afrikas, grenzt an zwei wichtige Transitländer für Flüchtlinge, Mali und Niger. Außerdem engagiert sich die Regierung in Algier für eine Stabilisierung des benachbarten Bürgerkriegslandes Libyen, von wo aus rund 90 Prozent der Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa übersetzen.

In den vergangenen Monaten ist Algerien verstärkt gegen Islamisten vorgegangen. Stark im Blick stünden auch effektive Grenzkontrollen im Kampf gegen Schmuggel und Menschenschleusungen, hieß es in Berlin.

Merkel wirbt dafür, Algerien, Tunesien und Marokko im deutschen Asylrecht als sichere Herkunftsländer einzustufen, um Abschiebungen abgelehnter Bewerber zu beschleunigen. Thema ihres Besuchs sollte auch ein weiterer Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit Afrikas größtem Flächenstaat sein.

Flüchtlingskrise: Helft den Helfern!

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

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(jg)

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