"Eine Schande für Deutschland": Schulz attackiert AfD

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  • SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat die AfD mit scharfen Worten attackiert
  • Auch andere rechtspopulistische Parteien kritisierte er
  • Im Video oben seht ihr Schulz' Abrechnung mit der AfD

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat knallhart mit Rechtspopulisten abgerechnet.

Die Rechtspopulisten, machte Schulz am Sonntag in Lübeck klar, missbrauchten die Angst vieler Menschen. „Was wir niemals machen dürfen, ist das, was die Verführer tun. Die Ängste beschreiben, aber sie nicht bekämpfen. Sie noch zu bestärken, um sie in Hass auf die Demokratie umzuwandeln", sagte Schulz.

Stattdessen schlug er vor, die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen - auch, wenn Statistiken teilweise keinen Grund für eine gestiegene Unsicherheit lieferten. Er möchte die Polizei unterstützen, betonte Schulz.

Schulz attackiert Le Pen

Rechtspopulisten, das weiß Schulz als ehemaliger Präsident des EU-Parlaments nur zu gut, haben in vielen Ländern Europas Aufwind.

Schulz nannte als Beispiele die französische Politikerin Marine Le Pen (Front National), den Niederländer Geert Wilders (Partei für die Freiheit), den Italiener Matteo Salvini (Lega Nord)und die griechische Partei Goldene Morgenröte, "eine offen faschistische Partei".

Als Schulz erzählte, er habe einen Politiker dieser Partei einmal aus dem Europa-Parlament geschmissen, erntet er Applaus. Der Abgeordnete hatte damals Türken mit Hunden verglichen.

"Eine Schande für Deutschland"

Dann kam Schulz zu den deutschen Rechtspopulisten der AfD. Seine Kritik fiel vernichtend aus:

"Die Partei der Höckes, der Gaulands, der Petrys, der von Storchs, die Partei, die das Holocaust-Denkmal als 'Denkmal der Schande' bezeichnet, das ist keine Alternative für Deutschland, sondern eine Schande für die Bundesrepublik. Das sind unsere Gegner."

AfD-Politiker Björn Höcke hatte in einer Rede Leipzig das Holocaust-Denkmal als "Denkmal der Schande" bezeichnet. Ihm droht deshalb, aus der Partei ausgeschlossen zu werden.

Wer die freie Presse angreife und von Lügenpresse spreche, sagte Schulz, der wolle ein anderes Land – ohne Demokratie. Das waren deutliche Worte.

Schulz' Rede, in der er auch die Leistung der einfachen Leute betonte, wurde teils begeistert aufgenommen, wie etwa dieser Tweet zeigt:

Seit Schulz' Kür zum Kanzlerkandidaten steigt die Zustimmung für die SPD in Umfragen extrem. In der aktuellen Sonntagsfrage überholte die SPD (33 Prozent) sogar die Union (32 Prozent) - und erstmals seit einem Jahr verlor die AfD. Sie landete im einstelligen Bereich: bei 9 Prozent.

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(sk)

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