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19/02/2017 15:37 CET | Aktualisiert 19/02/2017 18:06 CET

Rede in Lübeck: Martin Schulz sagt, wer die wahren Helden unserer Gesellschaft sind

  • SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat Familien und Kindern mehr Unterstützung zugesichert

  • Kitas und Krippen bezeichnete er als "Leuchttürme unserer Städte"

  • Diesen Ausschnitt aus seiner Rede seht ihr oben im Video

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat am Sonntag in Lübeck eine emotionale Rede gehalten - und einen Einblick gegeben, was er sich unter sozialer Gerechtigkeit konkret vorstellt.

An eine Gruppe von Menschen dachte Schulz dabei besonders: den Kindergärtnern, Erziehern und Lehrern. Ihnen sicherte er mehr Unterstützung zu und machte sie in seiner Rede zu so etwas wie den Helden des Alltags.

Kitas und Krippen sind "Leuchttürme unserer Städte"

"Für mich sind die Leuchttürme unsere Städte die Kitas, Krippen und Ganztagsstätten. Und nicht die verspiegelten Glaspaläste der Finanzinstitute", sagte Schulz

In den Kitas werde die Zukunft der Kinder gesichert. Darum sei es wichtig, dass nicht der Geldbeutel oder der Wohnsitz der Eltern über das Schicksal eines Kindes entscheide - sondern seine Begabung. Schulz forderte daher die Abschaffung der Gebühren für Kitas und Universitäten.

Er wolle die Überschüsse des Bundeshaushalts für Bildung, Pflege und Investitionen in die Infrastruktur ausgeben. Außerdem möchte er Kindern den gleichberechtigten Zugang zu Bildung erleichtern.

Die Worte über die Kitas und Krippen zeigen: Schulz kann mitreißen. Inhaltlich habe er das gesagt, was Sozialdemokraten immer sagen würden, heißt es in den "Lübecker Nachrichten" über die Rede- "aber er lässt die alten Parolen von der sozialen Gerechtigkeit weg und kleidet sie in neue Worte und ein neues Mitgefühl".

Seine Rhetorik dürfte mit ein Grund sein, warum er in manchen Umfragen mehr Menschen überzeugen kann als die eher spröde Rednerin Angela Merkel (CDU). Die plakative Wortwahl brachte ihm aber auch schon den Vorwurf des Populismus ein.

Schulz kündigt Kampf für Steuergerechtigkeit an

Ein zentrales Thema im Wahlkampf werde Steuergerechtigkeit sein, kündigte Schulz an.

"Wenn der kleine Bäckerladen anständig und selbstständig seine Steuern zahlt und damit unser Gemeinwesen stützt, aber der globale Kaffeekonzern sich davor drückt und sein Geld in einer Steueroase parken kann - dann geht es nicht gerecht in diesem Land zu", deutete Schulz an, was er damit meinte.

Weitere Themen von Schulz waren der Tierschutz, die Umweltpolitik, die Freiheit der Presse und die Angstmache der Populisten.

Er betonte in seiner Rede auch den Anspruch, mit seiner Partei stärkste Kraft zu werden: "Wir wollen die Nummer Eins in Deutschland sein."

(ame)

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