John McCain - Donald Trump mächtigster Gegner

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John McCain - Donald Trump mächtigster Gegner | Mark Makela / Reuters
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  • Der republikanische Senator John McCain wird zum erbittertsten Gegner Donald Trumps
  • Auf der Münchner Sicherheitskonferenz attackierte McCain Trump in einer scharfen Rede
  • Die Feindschaft zwischen dem Republikaner und Trump geht schon auf den Wahlkampf zurück

Der Republikaner John McCain gilt etwas in den USA. Und ist jetzt Donald Trumps mächtigster Gegner.

An diesem Wochenende hat die Auseinandersetzung zwischen dem Senator aus Arizona und dem US-Präsidenten ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. McCain hat Trump im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz vernichtend kritisiert.

Vernichtende Kritik McCains an Trump in München

In den vergangenen Tagen hatte Trump die Presse immer wieder attackiert, sogar als "Feind des amerikanischen Volkes" bezeichnet. Dem Sender NBC sagte McCain, dass auch er die Presse hasse. Aber sie sei essentiell für eine Demokratie. "Wenn man sich die Geschichte anschaut, dann haben Diktatoren als erstes die Presse mundtot gemacht."

McCain sagte in seiner offiziellen Rede auf der Sicherheitskonferenz, die Gründer der Sicherheitskonferenz wären alarmiert darüber gewesen, wie heute universale Werte durch Sektierertum und alte Bündnisse, die auf Rasse und Blut beruhen, ersetzt werden. Sie wären alarmiert darüber, wie Ressentiments gegen Minderheiten wie Muslime zunehmen. Und sie wären alarmiert über die wachsende Unfähigkeit oder sogar den Unwillen, die Wahrheit von Lügen zu unterscheiden.

Trump setzt auf Protektionismus, Einreiseverbote für Muslime und "alternative Fakten". Es ist keine Frage, auf wen McCain in seiner Rede anspielte.

Eine Feindschaft mit Geschichte

Die "Washington Post" notierte, McCain sei wegen Trump inzwischen "fuchsteufelswild". Die Gegnerschaft der beiden Politiker war in den vergangenen Monaten immer erbitterter geworden.

Schon im Wahlkampf, im Sommer 2015, fand McCain, Trump fördere die Verrückten innerhalb der Partei.

Zur etwa gleichen Zeit gab es Berichte , wonach Trump über McCain hergezogen habe.

Dazu muss man wissen: McCain hatte als junger Mann fünfeinhalb Jahre in vietnamesischer Kriegsgefangenschaft verbracht, davon zwei Jahre in Einzelhaft - außerdem war er gefoltert worden. Und Trump soll dazu gesagt haben: "Er ist kein Kriegsheld. Er war ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden."

Im Herbst entzog McCain dem Kandidaten für das Präsidentenamt dann seine Unterstützung, die Berichte über Trumps sexistische Ausfälle hatten offenbar den Ausschlag gegeben.

Eine lange Liste mit Feinden

Trump muss aufpassen.

  • Die Zustimmung für ihn im Volk ist laut neuesten Umfrageergebnissen des renommierten Gallup-Instituts weiter gesunken. Sie liege nun bei 40 Prozent – und damit niedriger als bei allen anderen Präsidenten nach vergleichbarer Zeit im Amt seit Beginn der Messungen.
  • Die Feindschaft zu allen großen Medien pflegt Trump mit täglicher Hingabe. Und selbst konservative Sender wie Fox, die traditionell gut mit den Republikanern stehen, sind erbost.
  • Die Justiz lässt sich nicht wie offenbar geplant einschüchtern.

Da kann es sich Trump nicht leisten, auch noch den ohnehin eingeschränkten Rückhalt in seiner Partei zu verlieren. Er braucht sie, um seine Vorhaben in den Kammern des Parlamentes absegnen zu lassen. Und unter den Republikanern gilt das Wort McCains, der seit 30 Jahren Senator ist und 2008 gegen Barack Obama antrat, viel.

Ein Kommentator der "Welt" formuliert es so: "McCain ist aber vor allem der außenpolitische Mentor und Großvater mehrerer Generationen von Außenpolitikern im US-Kongress, der überparteilich großen Respekt genießt."

Die "Washington Post" schreibt: "Der Kampf zwischen McCain und dem Weißen Haus nimmt Fahrt auf."

Und Trump sollte nicht darauf wetten, dass er bei diesem Rennen die Nase vorn hat. Das ist kein Sprint. Sondern ein Marathon. Und McCain ist zäh.

(jg)

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