Fleischverbot? So hämisch reagiert das Umweltministerium auf einen Bericht der "Bild"

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BARBARA HENDRICKS
Fleischverbot? So hämisch reagiert das Umweltministerium auf einen Kommentar der "Bild" | Hannibal Hanschke / Reuters
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Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat am Samstag für Furore gesorgt. Denn: Laut "Bild" dürfen ihre Mitarbeiter Gästen des Ministeriums kein Fleisch und keinen Fisch mehr servieren. Der Grund: Fleischproduktion schadet der Umwelt. Das gilt wohlgemerkt für offizielle Veranstaltungen.

Nun ist die Aufregung groß. Und am lautesten schreit die "Bild"-Zeitung. Dort erschien ein Kommentar, in dem der Autor sogar behauptet, Hendricks hätte ein generelles Fisch- und Fleischverbot für ihre Gäste verhängt.

Anschließend bemüht der Autor die in diesem Kontext fast schon obligatorischen Vorwürfe von "reiner Bevormundung", "Anmaßung" und "unnötige Gängelungswut".

Das ist natürlich total übertrieben. Denn ein Gastgeber kann seinen Gästen servieren, was er will. Ein Vegetarier kann auch nicht von Gängelungswut sprechen, wenn auf einer Veranstaltung nur Fleisch serviert wird.

Offenbar ist man bei Bild schon in Rosenmontagslaune"

Das ließ man im Umweltministerium nicht so einfach auf sich sitzen: "Offenbar ist man bei Bild schon in Rosenmontagslaune", schreibt ein Ministeriumssprecher. Anders sei die "als Kommentar nur dürftig getarnte Büttenrede" des Autoren nicht zu erklären.

Richtig sei, dass die Ministerin niemandem verbietet, Fleisch oder Fisch zu essen - auch ihren Gästen nicht. "Aber als Gastgeberin bei Veranstaltungen ihres Hauses entscheidet sie selbstverständlich, was auf den Tisch kommt."

Kein Dogma, das keine Ausnahmen zulasse

Bevormundet werde niemand, wenn er als Gast mit Speisen bewirte, die der Gastgeber für ihn ausgewählt habe - egal, ob mit Fleisch oder ohne.

Übrigens, so teilt der Ministeriumssprecher mit, sei das vegetarische Essen auch kein Dogma, das keine Ausnahmen zulasse."Wenn wir demnächst in der Wahner Heide bei Köln den großen Erfolg des Naturschutzprojekts 'Nationales Naturerbe' feiern, wird es dort ganz zünftig zugehen – Wildfleisch inbegriffen."

Wenn der Autor des Kommentars "Angst um seine Fleischration haben sollte, kann er gerne dazukommen: Er ist herzlich eingeladen!"

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