Haarige Forderung: Martin Schulz soll seinen Bart abrasieren

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MARTIN SCHULZ
Haarige Forderung: Martin Schulz soll seinen Bart abrasieren | Fabrizio Bensch / Reuters
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Martin Schulz wird in diesen Tagen mit einer haarigen Forderung konfrontiert: Der Bart muss ab. "Sie wollen das Gesicht Deutschlands werden, mit diesem ausgefransten Teppich im Gesicht. Warum rasieren Sie sich nicht?", fragt "Bild"-Kolumnist Franz Josef Wagner. Auch der Berliner Promi-Friseur Udo Walz ist bei dem SPD-Kanzlerkandidaten im Anti-Bart-Lager. "Weil das jünger aussieht, gepflegter. Das würde ihm helfen", sagt Walz.

Jahrelang waren Angela Merkels Frisur und ihre Mundwinkel Stoff fürs Kabarett. Jetzt sind die Männer dran.

Bei den Männern wird das Äußere jetzt häufiger zum Thema, wie der Berliner Kommunikationswissenschaftler Joachim Trebbe sagt. Bei Bemerkungen über die Kleidung von Frauen sieht Trebbe inzwischen vergleichsweise mehr Zurückhaltung. "Hier gibt es mehr journalistische Sensibilität und Angst vor dem feministischen Shitstorm."

Politikern wird vorgeworfen, wenn sie zu gut angezogen sind

"Man guckt bei den Männern zwar mehr auf Äußerlichkeiten als früher, aber nach wie vor nicht mit der Gehässigkeit wie bei Frauen", sagt der Mode-Experte und Autor Bernhard Roetzel. Männern in der Politik werde paradoxerweise angelastet, wenn sie zu gut angezogen seien. Das sei den Deutschen verdächtig, sagt Roetzel. Diese Entwicklung habe 1998 mit Gerhard Schröder, dem "Kaschmir-Kanzler", begonnen. Diesem wurde seine edle Garderobe angekreidet.

Und Schulz? Der sei "okay" angezogen - besser als Gabriel vom Gesamtstil her und auch besser als Merkel. Bei Schulz' Garderobe sei aber nichts spannend. Man merke ihm an, dass ihm die Ausstrahlung relativ wurscht sei, sagt Roetzel. "Schulz sieht aus wie ein deutscher Politiker."

Die Bart-Frage? Die hat bereits SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann beantwortet. Er findet: Schulz sollte nicht auf die Bart-Gegner hören. "Ich rate ab. Martin Schulz sollte so bleiben, wie er ist."

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