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18/02/2017 10:32 CET

An einer belebten Straße in Fürth wird ein Gebäude gesprengt - jetzt ermittelt die Kriminalpolizei

Screenshot/Nordbayern
Ein Augenzeugen-Video zeigt die Explosion und die anschließende Staubwolke

  • Die Kriminalpolizei ermittelt in Fürth, weil die Behörden nicht über den Abbruch eines Gebäudes informiert waren

  • Ein Augenzeugen-Video zeigt die Explosion und die anschließende Staubwolke

Ein Augenzeugen-Video aus dem mittelfränkischen Fürth zeigt spektakuläre Szenen: In einem dreistöckigen Bürohaus gibt es am Dienstag eine Explosion, es kippt innerhalb von Sekunden auf die Seite, eine Staubwolke wirbelt nach allen Seiten auseinander. Dann fährt wenig später ein Auto mitten in die Wolke. Was war hier passiert?

Das Gebäude sollte abgerissen werden. Das Problem dabei: Die Behörden waren über den Abbruch offensichtlich nicht informiert.

Polizei war zufällig vor Ort

Nur zufällig sei eine Polizeistreife darauf aufmerksam geworden, weil sich eine Menschenmenge vor dem Gebäude versammelt habe. Irgendwoher hätten die Menschen davon erfahren. Jetzt ermittle die Kriminalpolizei, wie der Onlinedienst "Nordbayern" der "Nürnberger Nachrichten" berichtet.

"Die Straße hätte eindeutig gesperrt werden müssen", sagt Fürths Straßenverkehrsamtsleiter Hans-Joachim Gleißner gegenüber "Nordbayern". Auch kleine Teile seien herumgeflogen, sagte Polizeichef Peter Messing.

Um eine richtige Sprengung habe es sich allerdings nicht gehandelt, sagte Messing, sondern um eine sogenannte Deflagration. Dabei wird statt Sprengstoff lediglich Pyrotechnik verwendet.

Ein Mitarbeiter der Abbruchfirma habe den zufällig vor Ort anwesenden Beamten eine Genehmigung zum Einsatz der Technik gezeigt. Als sich die Staubwolke ausgebreitet habe, hätten die Beamten spontan den Verkehr geregelt.

Abbruchfirma weist Vorwürfe zurück

Trotzdem überprüft jetzt die Kriminalpolizei, ob die betreffende Abbruchfirma versäumt hat, die Behörden zu informieren. "Es ist schon ein glücklicher Umstand gewesen, dass nichts passiert ist", meinte Polizeichef Messing.

Stephan Plannerer, Geschäftsführer des Abbruchunternehmens, weist die Vorwürfe gegenüber "Nordbayern" zurück: Es habe keine Gefahr für den Straßenverkehr bestanden. Außerdem habe er für die Deflagration keine Genehmigung beantragen müssen.

Das Bürogebäude gehörte der Discounter-Kette Norma. Auf dem Gelände sollen nun neue Wohnungen entstehen, berichtet "Nordbayern".

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(sk)

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