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Mark Zuckerberg veröffentlicht Facebook-Manifest

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MARK ZUCKERBERG
Mark Zuckerberg hat sich in einem Brief an die Nutzer Facebooks gewandt | Bloomberg via Getty Images
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  • Facebook-Gründer Mark Zuckerberg richtet sich in einem Manifest an die User
  • Er will mit Facebook eine globale Gemeinschaft schaffen
  • Konkrete Antworten bleibt Zuckerberg schuldig

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat sich am Freitag an die Nutzer seines gigantischen Netzwerks gewandt. Es ist ein 5600 Worte langes Manifest mit dem Titel "Building a Global Community" - zu Deutsch etwa: "die Errichtung einer Weltgemeinschaft".

Facebook stehe dafür, Menschen weltweit zu verbinden, schreibt Zuckerberg. Tatsächlich loggten sich im vergangenen Jahr rund 1,86 Milliarden Menschen weltweit bei Facebook ein – fast ein Viertel der Weltgemeinschaft.

Die Herausforderung der Zukunft sei es, die Menschen, die sich von der Globalisierung abgehängt fühlten, abzuholen, schreibt der 32-jährige Unternehmer. Er sehe es als Aufgabe Facebooks, eine Infrastruktur zu entwickeln, mit deren Hilfe die Menschen eine globale Gemeinschaft formen könnten, "die für uns alle funktioniert".

Viel "Gemeinschaft", wenig Konkretes

Wie diese Infrastruktur aussehen soll, darüber gibt Zuckerberg wenig konkrete Auskünfte: Was er in den Unterpunkten "unterstützende Gemeinschaften", "sichere Gemeinschaften", "informierte Gemeinschaften", "zivil-engagierte Gemeinschaften" und "inklusive Gemeinschaften" schreibt, gleicht eher einem sozialen Leitfaden – in dem das wohlklingende Wort "Gemeinschaft" dominiert.

Dabei will Zuckerberg unpolitisch bleiben. Dass sein Statement ein Gegenentwurf zum Nationalismus des neuen US-Präsidenten Donald Trump sein könnte, bestritt er in einem Interview mit der amerikanischen Nachrichtenagentur AP vehement.

Liebeserklärung mit wirtschaftlichem Nutzen

Auch wenn Zuckerbergs Liebeserklärung an eine vernetzte Weltgemeinschaft zunächst nobel wirkt: "Alle abzuholen", also noch mehr Nutzer für Facebook zu gewinnen, steht durchaus im Interesse des Unternehmens, das Zuckerberg 2004 gründete.

Über 27 Milliarden Euro nahm Facebook im letzten Jahr ein - ein Mammut-Anteil wird durch Werbung generiert. Und dabei gilt: Je mehr Menschen Anzeigen sehen, desto wertvoller sind diese für Unternehmen.

Zuckerberg thematisiert Kritik an Facebook

Auf die Kritik, Facebook trage mit seinen sogenannten "Filter-Blasen" zur Spaltung der Gesellschaft bei, ging Zuckerberg zumindest zum Teil ein. Man sei sich des Problems bewusst und arbeite daran, den Nutzern mehr Perspektiven zugänglich zu machen, schrieb Zuckerberg dazu.

Der Hintergrund: Facebooks Algorithmus bewirkt, dass die User vor allem jene Inhalte angezeigt bekommen, die zu jenen passen, die sie schon oft angeklickt haben. So werden andere Meinungen nach und nach ausgeblendet.

Auch in Sachen Fake-News habe Facebook noch "viel Arbeit vor sich", gab er zu. "Wir gehen vorsichtig vor, weil es oftmals schwer ist, eine klare Linie zwischen Falschmeldungen, Satire und Meinungen zu ziehen."

Facebook setzt auf künstliche Intelligenz

Zuckerberg an, in Zukunft noch mehr auf künstliche Intelligenz zu setzen – zum Beispiel, um Facebook nach Posts suizid-gefährdeter Nutzer oder radikalem Gedankengut zu durchkämmen, aber auch ,um "individuelle Filter" zu erstellen.

Damit sollen User zum Beispiel selbst bestimmen können, wie viel Nacktheit, wie viel vulgäre Ausdrücke sie sehen wollen.

Dass Facebook nicht alle Probleme lösen könne, sei klar, sagte der Gründer im Interview mit AP. Sein Blick in die Zukunft fällt trotzdem durchaus selbstbewusst aus: "Ich hoffe, wir können uns darauf konzentrieren, was wir auf lange Sicht erreichen können, und dass wir eine neue, soziale Infrastruktur schaffen können, um die Welt zu schaffen, die wir uns für die kommenden Generationen wünschen", schreibt er.

Mit Material der dpa.

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(sk)