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Nach der Wahnsinns-Pressekonferenz ist sich die Presse einig: Trump ist nicht mehr bei Verstand

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  • Die Pressekonferenz Donald Trumps am Donnerstag war beispiellos
  • Die Medien sind sich sicher: Der US-Präsident spinnt
  • Im Video oben seht ihr einige Ausschnitte seiner Rede

So eine Pressekonferenz hat es noch nicht geben. Eigentlich wollte Donald Trump seinen neuen Arbeitsminister vorstellen. Doch dann driftete sein Auftritt in Washington ins Absurde ab: Er beschimpfte die anwesenden Journalisten und verdrehte die Wirklichkeit, wie es ihm passte.

Die deutsche Presse ist sich überraschend einig - und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: Trump hat sie nicht mehr alle.

"Donald Trump hat eine denkwürdige Pressekonferenz gegeben. Sie war auch sehr hilfreich. Man weiß jetzt: Es ist an der Zeit, am Verstand des US-Präsidenten zu zweifeln", schreibt Veit Medick, der Washington-Korrespondent von "Spiegel Online".

"Es klingt hart, aber nach dieser denkwürdigen Pressekonferenz ist zu hoffen, dass es da im Weißen Haus eine gute medizinische Abteilung gibt, die mal prüft, ob mit diesem Mann wirklich alles in Ordnung ist."

"Es ist an der Zeit, am Verstand des US-Präsidenten zu zweifeln"

Medick wundert sich, dass Trump seine Regierung angesichts des Chaos eine "fein eingestellte Maschine" nennt, während er die USA als wirtschaftspolitischen "Scherbenhaufen" bezeichnet - zu einem Zeitpunkt, an dem die Arbeitslosenquote auf einem historisch niedrigen Stand ist. "Trump lebt offenbar in einer Parallelwelt, deren Grenzzäune zur Wirklichkeit deutlich höher scheinen als jene Mauer, die er gegen Mexiko plant."

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In dem Pöbel-Auftritt vor den Medien sieht die "Tagesschau" ein Vorspiel des Kampfs um die Wiederwahl 2020. "Der Auftritt hat aber auch gezeigt, was Trump kann: Wahlkampf. Er liebt die Bühne, den öffentlichen Auftritt und den Kampf mit der Presse. Und er schafft es, seine Anhänger anzusprechen. Deswegen bereitet er schon den Wahlkampf 2020 vor. Denn Wahlkampf kann er - nur Präsident, das kann Donald Trump leider noch nicht."

Etwas poetischer drückt es die "Stuttgarter Zeitung" aus: "Trump wirkt wie ein der Realität längst entrückter Märchenkönig, wenn er sagt: 'Diese Regierung arbeitet wie eine gut abgestimmte Maschine.'" Trump spiele mit den Fakten, verdrehe sie, wie es ihm passe.

Der Präsident agiert verrückt"

"Trumps Selbstenthüllungen sind schockierend", schreibt Ansgar Graw von der "Welt". Auch er ist der Ansicht, dass Trump nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. "Einmal musste es ausgesprochen werden: Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika agiert verrückt", so Graw. "WOVON!? REDET!? DIESER PRÄSIDENT!?", empört er sich.

"Diese Pressekonferenz hat an zwei Dinge erinnert. Erstens: Alles, was dieser Präsident sagt, sollte man überprüfen. Und zweitens: Mutmaßlich lügt der Präsident selbst dann nicht, wenn Fakten im Widerspruch zu dem stehen, was er behauptet. Es ist viel schlimmer, er glaubt wohl tatsächlich an das, was er sagt", scheibt der "Welt"-Journalist.

Etwas vorsichtiger ist die "New York Times". Sie bezeichnete den Präsidenten als "troubled" - was sowohl "in Schwierigkeiten" als auch "geistig gestört" bedeuten kann.

Das Blatt stellte fest, dass Trump entsetzt über die Enthüllungen war, die während nur eines Monats über seine Regierung berichtet wurden. "Er sollte sich daran gewöhnen. Die amerikanische Geschichte zeigt, dass es keine vernünftige Alternative zur Kraft menschlicher Neugierde gibt, besonders, wenn ein Präsident es wagt, den exklusive Besitz der Realität in Anspruch zu nehmen."

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(sk)