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17/02/2017 16:02 CET

SPD-Kanzlerkandidat Schulz soll vorteilhafte Deals für Mitarbeiter ausgehandelt haben

Fabrizio Bensch / Reuters
Dem SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz wird vorgeworfen, seinen Mitarbeitern Vorteile verschafft zu haben

  • Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz soll sich für Vorteile für seinen Vertrauten Markus Engels eingesetzt haben

  • Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf einen dem Magazin vorliegenden Brief

  • Es ist nicht das erste Mal, dass Schulz vorgeworfen wird, Mitarbeiter mit umstrittenen Methoden begünstigt zu haben

Neue Enthüllungen bringen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in Bedrängnis.

Schulz soll sich als Präsident des Europäischen Parlaments persönlich für vorteilhafte Vertragsoptionen für seinen Vertrauten Markus Engels eingesetzt haben.

Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf einen dem Magazin vorliegenden Brief aus dem Jahr 2012. Schulz hat sich demnach persönlich an die damalige Chefin der Generaldirektion Kommunikation, Juana Lahousse-Juárez, gewandt.

In dem Schreiben bat Schulz laut "Spiegel" darum, seinen Berater Engels auf eine sogenannte Langzeitmission nach Brüssel zu entsenden, um Schulz dort zu assistieren.

Engels Langzeitmission soll ihm zehntausende Euro eingebracht haben

Der Haken: Engels arbeitete seit 2012 weiterhin für Schulz' Informationsbüro des Europaparlaments in Berlin. Sein offizieller Dienstsitz sei aufgrund der "Langzeitmission" allerdings Brüssel gewesen, berichtet die Nachrichtenseite.

Das habe ihm unter anderem einen Auslandszuschlag in Höhe von 16 Prozent des Bruttogehalts sowie rund 16.000 Euro Kostenerstattung für Dienstreisen eingebracht, die größtenteils nie stattgefunden haben sollen, heißt es im "Spiegel".

Die SPD wies die Vorwürfe gegenüber dem Magazin zurück. Bei Engels' Versetzung habe es sich um eine in Brüssel übliche Vertragsgestaltung gehandelt. Das wiederum entkräftet das Magazin. Nach Auskunft des Europaparlaments sei eine Dauerdienstreise keineswegs üblich, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Streit um Schulz' Vergangenheit in Brüssel

Während Schulz Zeit als EU-Parlamentspräsident arbeitete Engels als dessen Pressesprecher. Aktuell arbeitet er als Wahlkampfmanager des SPD-Kanzlerkandidaten.

Zwischen SPD und Union tobt inzwischen ein heftiger Streit um die Vergangenheit von Schulz in Brüssel. Die SPD warf der Union vorgeworfen, eine "Schmutzkampagne" gegen den SPD-Kanzlerkandidaten zu fahren. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer wies Vorwürfe zurück.

"Welche Schmutzkampagne gegen Schulz? Wahrheit kann weh tun", sagte Scheuer. Die SPD, die "einen Maulkorb für Schulz-Kritiker" verhängen wolle, solle nicht so wehleidig sein. Zuvor waren mindestens zwei Papiere, die Unionspolitiker mit teils persönlichen Vorwürfen gegen Schulz und sein Umfeld zusammengestellt hatten, bekannt geworden.

"Anwürfen auf niedrigstem Niveau"

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sprach von "Anwürfen auf niedrigstem Niveau". So sei in den Unionspapieren neben der Auflistung von Speisekarten der Lieblingsrestaurants auch dazu aufgerufen worden, belastendes Material gegen Schulz zu sammeln: "Das ist für mich ein Aufruf dazu, im Müll zu suchen." Es seien in Brüssel "Wagenladungen von Personalakten" kopiert worden.

Die Vorwürfe, Schulz habe in seiner Zeit in Straßburg und Brüssel angeblich Mitarbeiter begünstigt, seien teilweise "schon vorwärts und rückwärts geprüft" und widerlegt worden. Schulz habe alle "Schmutzkampagnen" überstanden. Für die SPD schloss Barley aus, im Wahlkampf im persönlichen Umfeld von Politikern herumzuschnüffeln.

Seit die SPD Schulz Ende Januar als Spitzenkandidat ausgerufen hat, ist die Partei in den Umfragen auf über 30 Prozent gestiegen und liegt in Reichweite der Union. Im Sonntagstrend der "Bild am Sonntag" stiegen die Sozialdemokraten um drei Punkte auf 32 Prozent und erreichten damit ein Zehn-Jahres-Hoch.

Die Union kam unverändert auf 33 Prozent. Könnte der Bundeskanzler direkt gewählt werden, würden sich 46 Prozent für Schulz und nur noch 40 Prozent für Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) entscheiden.

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(lp)

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