Diese Sprache sollten alle Schüler lernen, um Deutschlands Zukunft zu retten

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Diese Sprache sollten alle Schüler lernen, um Deutschlands Zukunft zu retten | Reuters / Gettystock
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Die Digitalisierung kommt nicht. Sie ist da. Punkt. Das muss in Deutschland offenbar immer wieder gesagt werden – denn angekommen ist die Nachricht noch nicht wirklich.

Hierzulande spielt man lieber Verstecken mit der digitalen Revolution. Ganz nach dem Motto: Wenn sie mich nicht findet, dann lässt sie mich in Ruhe.

Ausgetragen wird das Versteckspiel auf dem Rücken unserer Kinder. Wir müssen endlich akzeptieren, dass wir nichts tun können, um den digitalen Fortschritt aufzuhalten – und unsere Kinder darauf vorbereiten. Deshalb muss neben Englisch eine weitere Sprache zum Pflichtfach an deutschen Schulen werden: eine Programmiersprache.

Laut einer EU-Studie werden 90 Prozent aller Berufe in der Zukunft digitale Kompetenzen erfordern.

Programmieren lernen wäre für unsere Schüler die beste Basis. Kinder müssen lernen, wie digitale Zusammenhänge funktionieren. Nur so können sie teilnehmen an der "neuen“ Welt, die schon längst Wirklichkeit ist.

Wer Code kann, kann gestalten, statt zu konsumieren

Zwar ist klar: Nicht alles, was wir in der Schule lernen, begleitet uns das ganze Leben. Die meisten Erwachsenen kommen schon in die Bredouille, wenn sie einen Dreisatz berechnen müssen, wissen von Mendelscher Vererbungslehre nur noch, dass die irgendwas mit Bohnen oder Erbsen zu tun hatte und können zwar E=mc² herunterbeten, wissen aber nicht, was Einsteins Gesetz bedeutet.

Aber die Grundlagen sind da. Und auch wenn Programmiersprachen mit höherer Frequenz ersetzt werden als Lothar Matthäus’ Ehefrauen: Hat ein Kind die Grundlage verstanden, hat es verstanden, wie digitales Denken funktioniert, dann wird es auch mit dem fertig, was nach html5 kommt.

Programmieren können bringt Medienkompetenz. Wer Code kann, kann die Möglichkeiten ausnutzen, die das Internet bietet, sich vor Gefahren schützen und vor allem gestalten, nicht nur konsumieren.

Deutschland importiert Kompetenz, die uns fehlt

Und Deutschland hinkt gewaltig hinterher, was die Digitalisierung betrifft. Der Anspruch der Bundesregierung, digitaler Spitzenreiter in Europa zu werden, könnte kaum weiter von der Realität entfernt sein. Im europäischen Digitalisierungsindex DESI, der die digitale Wirtschaft und Gesellschaft in der EU unter die Lupe nimmt, landet Deutschland auf Platz neun. Hinter Ländern wie Estland, Dänemark, Schweden oder Belgien.

In Deutschland fehlen im Moment 51.000 digitale Fachkräfte – es gibt hier bei weitem nicht genug IT-Spezialisten. Dafür müssen wir uns bei anderen Ländern bedienen, bei Indien oder Südkorea zum Beispiel. Bei Ländern, die nicht so lange geschlafen haben, wenn es um digitale Frühbildung geht.

Unternehmen brauchen IT-Nachwuchs, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Sonst war es das ganz bald mit unserer florierenden deutschen Wirtschaft

Wir müssen endlich handeln!

Seit Jahren wird von Politik und Wirtschaft gefordert, die digitale Bildung endlich voranzubringen. Wieso passiert nichts? Wie lange wollen wir denn noch schlafen?

Das Gute an der Sache ist: 99 Prozent der Schüler wünschen sich digitale Themen im Unterricht – das geht aus einer Studie des Branchenverbands Bitkom hervor. Und ganze 75 Prozent wollen sogar, dass Informatik zum Pflichtfach wird.

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Wir würden zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn jedes Kind programmieren in der Schule lernte. Den Schülern ihren Wunsch erfüllen – wer erfüllt nicht gerne Kinderwünsche – und die Zukunft unseres Landes sichern.

Eine Win-Win-Situation also, wenn wir diese jahrelange ermüdende Diskussion endlich beenden – und Schülern endlich das nötige Handwerkszeug für die Zukunft geben.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(sk)