Oettinger warnt Griechen vor Euroaustritt: "Keine Bank der Welt würde ihnen dann noch Geld geben" (EXKLUSIV)

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Oettinger warnt Griechen vor Euroaustritt: "Keine Bank der Welt würde ihnen dann noch Geld geben" | EMMANUEL DUNAND via Getty Images
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  • EU-Kommissar Günther Oettinger hat Griechenland mit drastischen Worten vor dem Euro-Austritt gewarnt.
  • Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz warb Oettinger außerdem für höhere Militäretats

EU-Kommissar Günther Oettinger hat Griechenland mit drastischen Worten vor dem Euroaustritt gewarnt.

"Griechenland wäre schlecht beraten, aus der Eurozone auszutreten", sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der Huffington Post. "Keine Bank der Welt würde den Griechen Geld geben, ohne, dass die Solidarität der Länder hinter ihnen stünde", sagte er. "Ich glaube nicht an den Grexit."

"Griechen haben mehr Reformen unternommen als je zuvor"

Kur vor dem Eurogruppen-Treffen am kommenden Montag ist die Debatte um einen möglichen Euro- oder gar EU-Austritt der Griechen wieder aufgeflammt. Das Land steht erneut vor der Pleite, wenn es nicht bis Sommer weitere, milliardenschwere Hilfszahlungen der Troika erhält.

Trotz der angespannten Lage lobte Oettinger die Reformbemühen der griechischen Regierung.

"Die Griechen haben nicht alles eingehalten, aber unter Tsipras mehr Reformen des Haushaltes, des Arbeitsmarktes und der Rente unternommen als je zuvor", sagte er.

Gleichzeitig warnte Oettinger davor, neue Sparvorhaben von Griechenland zu fordern. "Wir müssen die deutsche Brille absetzen und begreifen, was man Menschen zumuten kann. Noch mehr Einsparungen wie etwa weitere Kürzungen bei der Rente – da sind die Grenzen sehr schnell erreicht. Schon jetzt sind viele Menschen dort an der Armutsgrenze."

Angesichts des wachsenden Widerstandes gegen den Sparkurs in der griechischen Bevölkerung sagte Oettinger: "Mit jedem Tag überzeugen wir mehr Menschen, dass der Strukturwandel und die Einsparungen zwar sehr mühselig und hart waren, aber dass die Folgen positiv sind."

"Höchste Zeit, dass Europa erwachsen wird"

Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz warb Oettinger außerdem für höhere Militäretats.

"Wir können nicht erwarten, dass die Amerikaner unsere Sicherheit in Europa finanzieren", sagte er der Huffington Post. "Wenn die Amerikaner drei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes ausgeben und wir 1,3 Prozent, geht es nicht gerecht zu. Es ist höchste Zeit, dass Europa hier erwachsen wird."

Das Thema ist umstritten. US-Präsident Donald Trump hatte von seinen Nato-Partnern höhere Militärausgaben verlangt.

Sonst könne das Verteidigungsbündnis in seiner jetzigen Form nicht weiterbestehen. Seither diskutiert die Bundesregierung verstärkt, die Etats in den kommenden Jahren schrittweise zu erhöhen.

Auf die Frage, wie die höheren Ausgaben finanziert werden sollten, sagte Oettinger: "Dafür werden wir sicherlich umschichten müssen."

Gleichzeitig sei ein höherer Militäretat ein Investitionsprogramm in die europäische Wirtschaft. "Ein Großteil der Ausgaben geht ja in die europäische Verteidigungswirtschaft. Die Gesamtbetrachtung – wenn man sieht, welche Steuerabgaben und Arbeitsplätze entstehen – ist weit besser als die Mehrausgabe", sagte Oettinger.

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(lk)

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