Mit einer spektakulären Methode wollen Forscher das Abschmelzen der Pole stoppen

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ARKTIK
Die Folgen einer kompletten Schmelze der Polarkappen wären verheerend. | Getty Images
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Es steht nicht gut um das Klima auf unserem Planeten. Genau genommen ist die Lage sogar katastrophal. Mit Temperaturen über teilweise 20 Grad Celsius haben Experten im Laufe der vergangenen Woche einen neuen alarmierenden Höchstwert am Nordpol festgestellt.

Drastische Situationen wie diese verlangen nach drastischen Gegenmaßnahmen. Eine besonders innovative Idee haben nun Wissenschaftlern der Arizona State Universität vorgestellt.

Sie wollen nichts Geringeres als die Eiskappen neu vereisen. Mit der Hilfe von 10 Millionen windbetriebenen Pumpen soll das Meerwasser über die schmelzenden Eisflächen verteilt werden. Das Wasser soll dann gefrieren und die Polarkappen mit dem neu gebildeten Eis verstärken.

Mit Wasser, Wind und Stahl gegen die Klimaerwärmung

"Die Polarkappen schmelzen weg und das Einzige, was wir derzeit dagegen tun, ist, den Menschen sagen, dass sie damit aufhören sollen, fossile Brennstoffe zu verheizen“, sagte Steven Desch, Physiker der Arizona State Universität in einem Interview mit dem britischen "Guardian".

"Natürlich ist das eine gute Idee, aber damit alleine ist es nicht getan“, erklärt der Wissenschaftler.

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Am Nordpol wurden bereits alarmierende Jahreshöchstwerte von 20 Grad Celsius gemessen. Credit: Getty Images

Dem Plan von Desch und seinem Forscher-Team zufolge sollen die windbetriebenen Pumpen dafür sorgen, dass die Eisfläche der Kappen um insgesamt 1,3 Meter zunimmt.

Mit einer Gesamthöhe von 12 Metern und einem Turbinendurchmesser von sechs Metern sollen die Pumpen ringförmig um ein Areal von 107 Quadratkilometern aufgestellt werden.

In einem offiziell veröffentlichen Skript von Desch heißt es, dass die Pumpen mehr als 400 Kubikmeter Wasser innerhalb eines arktischen Winters pumpen könnten. Dadurch, so der Wissenschaftler, könnte man in nur einem Jahr das Eis der Polarkappen um einen ganzen Meter wachsen lassen - und so die Zeit um knapp 17 Jahre zurückdrehen.

Bau der Pumpen würde fast zahn Jahre dauern

Die Herausforderung: Um diese große Anzahl an Pumpen herzustellen, benötigen die Experten etwa zehn Millionen Tonnen Stahl pro Jahr.

Im Vergleich: Die USA produzieren pro Jahr insgesamt 80 Millionen Tonnen Stahl - die weltweite Stahlproduktion wird auf 1600 Millionen Tonnen geschätzt. Der Bau der Pumpen würde fast ein Jahrzehnt dauern.

Auch würde bei der Produktion, Verschiffung und dem Bau der Anlagen ein Emissionsausstoß entstehen, der mit berücksichtigt werden muss. Dieser Punkt allerdings fehlt allerdings in Deschs Zusammenfassung.

Das gesamte Projekt wird mit geschätzten Ausgaben von 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr anberaumt- und das über eine Dauer von 10 Jahren.

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Mit Windrädern wie diesen wollen die Wissenschaftler der Schmelze etwas entgegensetzen. Credit: Getty Images

Die Umsetzung wäre daher nur zu stemmen, wenn mehrere Länder und Regierungen für das Projekt zusammenarbeiten.

Da sich der Polarkreis schneller als jede andere Region der Erde aufwärmt und sich die bisherigen Strategien zur Reduktion von CO2-Emissionen als weitgehend wirkungslos erwiesen haben, besteht enormer Handlungsbedarf - gleichgültig wie absurd die Idee der Wissenschaftler klingen mag.

Massive Gefahr für unser gesamtes Öko-System

Die Folgen einer kompletten Schmelze der Polarkappen nämlich wären verheerend. Nicht nur viele Tierarten würden als Folge vollständig aussterben, sondern die Erde würde auch ihren natürlichen Schutz vor Solarstrahlung verlieren.

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"Die Situation ist schon jetzt katastrophal", sagte Desch dem "Guardian". "Das gesamte Gebiet erwärmt sich doppelt so schnell, wie wir bisher angenommen haben."

Ob das Projekt von Desch und seinen Kollegen jemals realisiert wird, ist unklar. Doch vielleicht liegt die Lösung in diesem globalen Problem ja genau darin, einen unkonventionellen Weg zu wagen.

Der Klimawandel und die Erderwärmung sind längt schon Wirklichkeit geworden - und es besteht ein massiver Handlungsbedarf, wenn wir unseren Kindern keine Steinwüste als Überbleibsel unseres einst so grünen Planeten zurücklassen wollen.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace..

(lk)

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