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Höcke will beweisen, dass er kein Rassist ist - was er dann tut, spricht für sich selbst

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  • Björn Höcke ist bekannt für seine rassistischen Aussagen
  • Nun wollte der neurechte AfD-Politiker in einem Interview beweisen, dass er kein Rassist ist

"Ein Rassist der ersten Sorte." So urteilte Politikwissenschaftler Hajo Funke über Björn Höcke Ende 2015. Kurz zuvor hatte der Thüringer AfD-Chef über "evolutionäre" Unterschiede zwischen Afrikanern und Europäern referiert.

Spätestens seit diesem Skandal haftet Höcke das Image eines Rassisten an. Wohl auch deshalb, weil er fortwährend dafür sorgt, dass dieser Eindruck nicht erblasst. Klare Distanzierungen des AfD-Politikers blieben bislang aus.

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"Plötzlich sprang Höcke auf"

Nun hat Höcke, der dem rechtsnationalen und völkischen Flügel der AfD angehört, einen absurden Versuch gestartet, den Gegenbeweis zu liefern.

Geschehen ist das Ganze während eines Interviews mit dem Journalisten und Schriftsteller Markus Feldenkirchen. Der schildert die skurrile Episode auf Facebook:

"Um zu beweisen, dass er kein Rassist sei, sprang Björn Höcke bei unserem Interview plötzlich auf, holte seinen 'Brot-für-die-Welt'-Kalender von der Wand und zeigte uns dieses Bild. Wirklich wahr."

So bizarr die Geschichte auch scheint. Sie zeigt einmal mehr die rassistische Denkweise Höckes. "Seht her, ich spende für die Menschen in Afrika. Ich tue etwas gutes." Das waren offenbar die Hintergedanken von Höcke.

Sie fügen sich in das Konzept des sogenannten Ethnopluralismus, den die Neue Rechte propagiert. Auch Höcke wird dieser Strömung zugerechnet.

Das rassistische Konzept lehnt eine multikulturelle Gesellschaft ab. Stattdessen solle jede Kultur an ihrem angestammten Platz verbleiben, damit eine Vermischung ausgeschlossen ist. Die jeweils eigene Kultur solle möglichst homogen bleiben.

Deshalb ist es aus Sicht der Neuen Rechten durchaus in Ordnung, Notleidenden zu helfen - so lange sich diese eben nicht auf den Weg nach Europa machen.

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(pb)