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17/02/2017 19:50 CET | Aktualisiert 17/02/2017 19:54 CET

AfD-Politiker Höcke: "Der Versuch mich auszuschließen, ist chancenlos"

Fabrizio Bensch / Reuters
Bernd Höcke gesteht: "Dresdner Rede war ein Fehler"

  • Björn Höcke soll aus der AfD geschmissen werden

  • Der Grund war eine umstrittene Rede, in der er gegen die Erinnerungskultur in Deutschland polemisiert

  • Der AfD-Politiker gesteht nun Fehler ein

Sätze, die den Rausschmiss bedeuten können. Im Januar hatte der Thüringer AfD-Landeschef Björn Höcke in einer aufsehenerregenden Rede gegen die Erinnerungskultur in Deutschland polemisiert. Das Holocaust-Mahnmal in Berlin nannte er ein "Denkmal der Schande im Herzen der Hauptstadt".

Seine Partei wollte ihn deshalb erst nicht, dann doch loswerden. Der AfD-Bundesvorstand beantrage am Montag den Parteiausschluss Höckes.

"Die Dresdner Rede war ein Fehler", sagt der angezählte AfD-Politiker nun in einem Interview mit dem "Spiegel". Er habe das falsche Thema zum falschen Zeitpunkt mit dem falschen Pathos vorgetragen. "Da ist etwas mit mir durchgegangen."

Zugleich glaubt er: Ein Parteiausschlussverfahren werde keinen Erfolg haben. Er erklärte: "Die Juristen, die mich beraten, sagen mir: Der Versuch, mich auszuschließen, ist chancenlos."

Höcke hält den Beschluss des Parteivorstand für "vollkommen überzogen". Die Entscheidung sei "unverhältnismäßig und trägt das Potenzial der Spaltung". Dies sei der Versuch, parteiinterne Machtpolitik zu betreiben.

AfD will zu schnell koalitionsfähig werden

Einerseits erhalte Höcke zwar sehr viel Unterstützung aus der Partei. Doch andererseits sagt er auch, "wer die Gunst der Vorsitzenden verspielt hat, wird fallen gelassen."

Aus seiner Sicht würde die Partei derzeit zu schnell versuchen koalitionsfähig zu werden. Die AfD solle sich in diesem Punkt mehr Zeit lassen. "Das ist die eigentliche Konfliktlinie", glaubt Höcke - und er steht mittendrin.

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(lp)

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