Thilo Sarrazin zeigt bei "Maischberger", warum er der bessere Trump wäre

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THILO SARAZZIN
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Thilo Sarrazin hält sich offensichtlich für den besseren Donald Trump. In der Talkshow "Maischberger" kritisierte er das Einreiseverbot des US-Präsidenten. Allerdings nicht dieses per se, sondern seine Umsetzung.

Eine "unsinnige Aktion" nannte er es, dass zuerst Visa ausgestellt worden seien, die dann aufgrund von Trumps Dekret für ungültig erklärt wurden. "Wenn ich das täte, wäre es sinnvoll vorbereitet“, sagt er in der Sendung.

"Kann Abschottung erfolgreich sein?"

Sarrazin hält Trump zwar für "unsympathisch", hält dessen Politik aber für "im Kern sinnvoll". "Trump hat zwei Megathemen, bei denen er Erfolg haben wird", sagte Sarrazin: "Falsche Einwanderung und mehr Wertschöpfung im eigenen Land.“

"Kann Abschottung erfolgreich sein, Herr Sarazzin?", fragte ihn die Moderatorin. "Der Begriff Abschottung ist schon mal negativ besetzt", kontert der Finanzexperte die Frage. "Die Verhinderung der illegalen Einwanderung kann aber in der Tat der heimischen Wirtschaft helfen, gerade auch Menschen in einfachen Tätigkeiten."

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Hätten die USA seit den 70er Jahren eine Einwanderungspolitik nach den Vorstellungen Trumps verfolgt und die illegale Zuwanderung verhindert, wären 40 Millionen Mexikaner und Südamerikaner weniger im Land und die Löhne für Gärtner und Kindergärtner höher, behauptet er.

Er verwies auf Japan als Beispiel. Ohne nennenswerte Einwanderung habe das Land seine Probleme durch die Alterung der Gesellschaft gelöst.

"Die Arbeiter im amerikanischen Rust-Belt sind nicht Opfer der Mexikaner geworden"

Kritik kommt von der deutschen Finanzmarktexpertin Sandra Navidi: "Kontrafaktisch" nennt sie seinen unterstellten Zusammenhang zwischen weniger Einwanderung und mehr Arbeitsplätzen.

Nicht die Mexikaner seien daran schuld, dass das Gehalt in den USA relativ gesehen nicht gestiegen sei. "Hauptgrund, warum diese Ungleichheit stattgefunden hat, ist, dass die Gewinne der Globalisierung ungleich verteilt worden sind." Statt die Einwanderung zu begrenzen, müsse man den "Gesellschaftsvertrag neu überdenken".

Auch der CDU-Politiker Norbert Röttgen mochte Sarrazins Worte so nicht stehen lassen. "Die Arbeiter im amerikanischen Rust-Belt sind nicht Opfer der Mexikaner geworden", sagte er. Gerade auch Deutschland lebe von den wirtschaftlichen Verflechtungen der Welt.

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(jg)

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