Magdalena Neuner: Worauf sie nach der Schwangerschaft bei ihrem Körper achtet

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Magdalena Neuner - auch nach ihrem Rücktritt bleibt die ehemalige Biathletin eine gefragte Person

Im vergangenen November ist Biathlon-Star Magdalena Neuner (30) zum zweiten Mal Mutter geworden. Zusammen mit ihrem Mann Josef Holzer durfte sich die ehemalige Sportlerin nach ihrer Tochter, die im Mai 2014 zur Welt kam, über einen Jungen freuen. "Ich genieße mein Leben als Mutter, aber die Abwechslung macht es", erklärt Neuner im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news. "Nur Familie wäre nichts für mich. Ein bisschen was anderes zwischendurch ist nicht verkehrt." Unter anderem bringt die 30-Jährige Bücher zum Thema Stricken heraus, wie "Meine liebsten Strickideen für Babys" (Gräfe und Unzer, 12,99 Euro).

Der Sport dagegen nehme in ihrem Leben im Moment weniger Platz ein, "als ich mir wünschen würde", so Neuner. "Mit den Kindern bleibt einfach nicht so viel Zeit. Wenn mein Mann da ist, kann ich mir aber schon mal eine Auszeit nehmen. Dieses Jahr war ich allerdings noch nicht wahnsinnig oft beim Langlaufen."

"Meine liebsten Strickideen für Babys" von Magdalena Neuner finden Sie hier

"Modelmaße hatte ich vorher auch nie"

"Überhaupt nicht" wichtig war es Magdalena Neuner, die Babypfunde schnell loszuwerden: "Auch in der ersten Schwangerschaft und danach war es nie ein Thema, dass ich so schnell wie möglich wieder Modelmaße habe. Die hatte ich vorher auch nie. Mir ist es wichtig, mich wieder wohlzufühlen, fit zu sein, mich gut bewegen zu können. Mein Körper sollte sich gut regenerieren. Der Rest ist nicht so wichtig. Jetzt fühle ich mich toll und ich habe auch schon fast wieder das Gewicht von vor der Schwangerschaft. Das liegt sicher daran, dass ich mit den zwei Kindern gefordert und ich auch viel unterwegs bin. Da kommt das fast von allein. Bauch ist schon noch ein bisschen da, aber das ist - drei Monate nach der Geburt - völlig in Ordnung."

Den großen Rummel um ihre Person vermisst die ehemalige Biathletin "gar nicht". Es sei immer noch viel los und "wenn ich irgendwo hinkomme, sind Interesse und Aufmerksamkeit nach wie vor groß. Das genieße ich dann auch. Aber ich genieße auch die Ruhe daheim, mein Leben in der Familie, als Mama, Frau und Freundin".

"Mein Karriereende habe ich nie bereut"

Und wie verfolgt sie den Biathlon-Weltcup? "Ich war in Ruhpolding, in Hochfilzen bei der WM werde ich auch einen Tag vor Ort sein. Eigentlich schaue ich es mir aber lieber von zuhause aus an. Viele Leute, mit denen ich gelaufen bin, sind mittlerweile ebenfalls 'in Rente'. Die anderen treffe ich einfach privat. Mein Karriereende habe ich nie bereut, das war eine ganz bewusste Entscheidung, die ich mir auch nicht leicht gemacht habe. Ich habe damals fast zwei Jahre darüber nachgedacht, wie es weitergehen soll. Jetzt mit den Kindern erscheint mir die Entscheidung noch viel richtiger, als sie vorher sowieso schon war."

Neuners Tochter wird im Mai drei Jahre alt - steht sie schon auf Skiern? "Sie hat es ausprobiert, mit kleinen Langlaufskiern. Wir haben die Loipe direkt vor dem Haus, da bietet es sich an. Aber realistisch gesehen ist sie noch etwas zu klein. Ein, zwei Jahre wird das sicher noch brauchen."

"Begeisterte Strickerin"

Magdalena Neuner bringt nicht nur Bücher zum Thema Stricken heraus, sondern ist selbst auch großer Strick-Fan. Die Inspiration für die Bücher kommt direkt aus ihrem Alltag. Sie sei "begeisterte Strickerin und probiere sehr viel aus. Für meine Kinder habe ich natürlich schon viel selbst gestrickt. Da sehe ich, was passt und was weniger gut geeignet ist. Ich habe also die nötigen Erfahrungswerte. Gemeinsam mit einem Design-Team sind dann die Bücher entstanden. Sowas macht mir sehr viel Spaß. Im Herbst kommen dann noch zwei weitere Strickbücher, an denen ich gerade arbeite, ein Kinder- und ein Familientitel".

Stricken liegt wieder voll im Trend. "Das hat sich in den vergangenen zehn Jahren tatsächlich komplett geändert", sagt auch Neuner. "Damals haben mich alle noch ein bisschen belächelt und in die Ecke gestellt, es galt eben noch das Klischee: Das machen nur alte Omas. Seit drei oder vier Jahren ist Stricken wieder total angesagt."

"Das hat mir als Sportlerin immer etwas gefehlt"

Für sie sei das Stricken "Entspannung und Ausgleich, auf der anderen Seite aber auch das Ausleben von Kreativität. Das hat mir als Sportlerin immer etwas gefehlt. Da bin ich eher stupide durch den Wald gelaufen. Als Ausgleich habe ich etwas benötigt, das ich am Ende des Tages in der Hand habe und das ich selbst geschaffen habe. Jetzt mit den Kindern ist es natürlich sehr praktisch, weil es mir die Möglichkeit gibt, selbst etwas zu kreieren - unabhängig von irgendeinem Laden oder der gängigen Mode".

Mit den Büchern will Magdalena Neuner aber noch mehr bewirken: "Ich unterstütze die Björn Schulz Stiftung, beziehungsweise den Irmengard-Hof am Chiemsee. Das ist eine behindertengerechte Einrichtung, in der sich Familien mit schwerkranken Kindern erholen können. Dafür wollen wir Spendengelder sammeln und zudem das Haus bekannter machen, damit Menschen, die betroffen sind, darauf aufmerksam werden."

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