ESC-Hoffnung Levina im Interview: "Ich mache mir keinen Druck"

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Wie wird Isabella

Isabella "Levina" Lueen ist seit Donnerstag offiziell die deutsche ESC-Hoffnung 2017. Mit dem Song "Perfect Life" wird die 25-Jährige am 13. Mai in Kiew an den Start gehen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news lässt die 25-jährige Sängerin die letzten ereignisreichen Tage Revue passieren.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Sieg. Wie geht es Ihnen jetzt? Hatten Sie schon Zeit, die Geschehnisse der letzten Tage sacken zu lassen?

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Isabella "Levina" Lueen: Vielen Dank, mir geht es sehr gut! In den letzten Tagen ist bei mir natürlich sehr viel passiert. Aber ich denke, seit gestern habe ich erstmals wirklich realisiert, was an dem Abend so alles passiert ist.

Sie haben einige anstrengende Tage vor sich. Überwältigt Sie das plötzliche große Interesse an Ihrer Person manchmal?

Levina: Das ist eine der größten Umstellungen. Diese starke Presse- und Medienaufmerksamkeit bin ich nicht gewöhnt. Aber es geht noch, noch komme ich ganz gut damit zurecht! Aber klar, daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Wie angespannt waren Sie während des Wettbewerbs? Konnten Sie den Auftritt überhaupt richtig genießen?

Levina: Wir hatten vorab einige Tage zum Proben im Fernsehstudio. Dabei konnte man sich ein wenig an die Bühne gewöhnen und das Team kennenlernen, das mit einem arbeitet. Dadurch hatte ich ein vertrautes Gefühl während der Show. Aber natürlich spürte man den Druck, schließlich musste man gut performen, um eine Runde weiter zu kommen. Und dann noch die vielen Leute im Studio und vor den Bildschirmen. Die größte Aufregung hatte ich vor dem ersten Song. Da ging es so ein bisschen um alles. Trotzdem habe ich die Show sehr genossen.

Wie war die Stimmung unter den Kandidaten im Backstagebereich? Entspannt oder war der Wettkampfgedanke präsent?

Levina: Wir hatten uns die Tage zuvor bereits kennengelernt und wohnten gemeinsam im gleichen Hotel. Ich denke, wir haben uns alle total gefreut, dass noch andere dabei sind, die die gleiche Erfahrung durchmachen und mit denen man sich untereinander austauschen kann. Zumindest mir ging es so. Wir haben uns auch alle sehr gut verstanden. Es gab keine Konkurrenz, die man gespürt hätte. Natürlich wussten wir alle, dass nur einer gewinnen kann. Es ist nun mal ein Wettbewerb, aber trotzdem haben wir uns gegenseitig angefeuert.

Alle haben zwei Lieder präsentiert. Der Song "Perfect Life" ist es am Ende geworden. War das auch Ihr Favorit?

Levina: Mich hat es ein wenig überrascht, dass der Song am Ende so haushoch gewonnen hat. Im Studio war die Stimmung anders, die Zuschauer waren für "Wildfire". Aber "Perfect Life" macht einfach Spaß auf der Bühne, man kann dazu mehr abgehen. Außerdem ist der Text toll. Es geht um die nicht so schönen Dinge, die im Leben passieren, aber aus denen man dennoch etwas Positives machen kann - damit kann ich mich sehr gut identifizieren. Aber beide Songs haben etwas. Ich wäre mit beiden happy gewesen.

Sie haben eine klassische Gesangausbildung und mit zwölf Ihren ersten Song komponiert und getextet. Wann haben Sie realisiert, dass Sie unbedingt Sängerin werden wollen?

Levina: Mit zwölf habe ich in einem Musical mitgespielt und wir hatten einen Auftritt in der Semper Oper in Dresden. Da habe ich schon gemerkt, wie sehr es mir auf der Bühne gefällt und wie wohl ich mich dort fühle. Später haben meine Eltern aber natürlich gefragt, ob ich nicht etwas anderes versuchen möchte. Das mit der Musik wäre ja nichts Richtiges. Damit ich einen Plan B habe, falls es mit der Musik nicht klappe. Tatsächlich habe ich dann Geografie studiert. Doch nach dem Studium habe ich realisiert, dass es einfach nicht das ist, was ich machen will.

Sie haben ein Tattoo auf dem rechten Unterarm: "Plan A". Ist die Idee dazu zu dieser Zeit entstanden?

Levina: Genau! Da habe ich mir gesagt: Jetzt reicht es mit Plan B, ich will nur Plan A - die Musik!

Haben Sie den ESC die letzten Jahre aktiv verfolgt? Waren Sie ein Fan?

Levina: Mich hat der ESC schon immer fasziniert. So ein riesiges Musikfestival zu organisieren, bei dem alle Nationen zusammen kommen, ist toll. Es ist zwar ein Wettbewerb, aber im Grunde ist es doch ein riesiges Fest, bei dem die Musik gefeiert wird. Ich habe ihn mir nicht jedes Jahr angeschaut, aber ich erinnere mich noch gut an den Auftritt von Stefan Raab. Auch Lena Meyer-Landruts "Satellite"-Auftritt ist mir sehr im Gedächtnis geblieben. Da bin ich mit Freunden aus verschiedensten Ländern - Italien, Frankreich, Schweden - in ein Pub gegangen und wir haben dann darauf gewettet, welches Land das Rennen machen wird. Ich war also schon immer ein Fan.

Welche Chancen rechnen Sie sich in Kiew aus?

Levina: Ich hoffe natürlich, dass es besser läuft, als in den letzten Jahren. Ich hoffe, dass ich so im oberen Drittel lande - das wäre schon toll. Aber ich mache mir da auch keinen zu großen Druck, weil man letzten Endes vieles nicht beeinflussen kann. Es kommt ja auch nicht nur auf den jeweiligen Sänger an, wie die einzelnen Länder voten. Das Wichtigste für mich ist, eine gute Performance abzuliefern und damit zufrieden zu sein. Und dann mal sehen.

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