POLITIK
16/02/2017 22:50 CET | Aktualisiert 17/02/2017 11:13 CET

Als dieser Reporter Donald Trump eine Frage stellt, lässt der US-Präsident hinter seine Fassade blicken

  • Auf einer Pressekonferenz lügt Donald Trump und wird von einem Reporter entlarvt

  • Seine Reaktion darauf zeigt, wie gefährlich er ist

  • Im Video oben seht ihr einige Ausschnitte seiner Rede

Es sollte eine Pressekonferenz zur Nominierung seines Arbeitsministers werden, doch es endete im Wahnsinn.

US-Präsident Donald Trump ließ in Washington am Donnerstag alle Hüllen fallen und zeigte genau das, was ihn im zum wohl gefährlichsten Mann der Welt macht:

Hasserfüllte Attacken, fadenscheinige Argumente – und offensichtliche Lügen.

"Warum sollten die Amerikaner Ihnen trauen?"

Stolz behauptete Trump in der Pressekonferenz, er habe bei der Wahl den nach Wahlmännern größten Sieg eines US-Präsidenten seit Ronald Reagan erzielt. Eine klare Unwahrheit, die ein NBC-Reporter ihm nicht durchgehen ließ.

Mit seiner Frage brachte der Journalist auf den Punkt, was so viele Menschen, nicht nur in den USA gerade denken: "Warum sollten die Amerikaner Ihnen trauen, wenn Sie die Informationen, die sie (die Medien, d. Red.) geben ‚Fake’ nennen, aber Sie selbst falsche Informationen verbreiten?“

Was Trump dann sagte, zeigt, wieso er niemals im Weißen Haus sitzen dürfte. Es zeigt, dass er eine Bedrohung ist – für die Sicherheit des Landes und die Demokratie als solche.

"Mir wurden diese Informationen gegeben, ich weiß es nicht“, sagte der Republikaner. Er wollte wohl die Gemüter beruhigen und merkte dabei offenbar nicht, wie tief besorgniserregend seine Worte waren.

Trump ist ein "Breitbart"-Präsident

Sie zeigten einmal mehr, dass Trump Falschinformationen aufnimmt und weitergibt, ohne sie zu hinterfragen. Dass er offenbar alles für voll nimmt, was ihm Menschen oder Medien sagen, die ihm wohlgesinnt sind. Sie zeigten, dass Trump hinter seinem Schleier des Stolzes nicht in der Lage ist, die Wahrheit zu sehen.

Seine Antwort war eine Bankrotterklärung, die genau mit dem übereinstimmt, was man schon in der Vergangenheit bei Trump beobachten konnte. Er ist ein "Breitbart“-Präsident, ein Mann, der Lügen wie die der rechten Nachrichtenseite dann glaubt, wenn sie ihm nutzen oder für ihn schmeichelhaft sind. Ein Mann, der alles andere "Fake“ nennt, unbequeme Wahrheiten und Berichte einfach abstreitet.

Trump brüstet sich, mit negativer Presse gut umgehen zu können

"Keiner kann so gut mit negativen Berichten umgehen wie ich“, beteuerte Trump auch noch auf der Pressekonferenz.

Es grenzt an ein Wunder, dass keiner der Medienvertreter von CNN, BBC oder der "Washington Post“ in prustendes Lachen ausbrach. Schließlich bewiesen seine peinlichen Angriffe auf die Reporter der "Mainstream-Medien“ in derselben Pressekonferenz genau das Gegenteil.

Das Problem ist nicht eine einzelne falsche Aussage

Die Flunkerei über das Ausmaß von Trumps Wahlsieg mag harmlos sein. Irgendjemand hat dem Republikaner gesagt, sein Triumph sei der größte Sieg seit Ronald Reagan gewesen. Halb so wild.

Doch was, wenn es erst um die wirklich brisanten Themen geht? Um den Frieden im Nahen Osten etwa, über den er bereits gestern mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sprach?

Glaubt Trump dann auch die Informationen, die ihm "irgendjemand gibt“ und richtet sein Handeln danach?

Und was bedeutet es für die Zukunft der Demokratie, wenn Wahrheit kein Kriterium mehr ist?

Man konnte es sich bislang nur ausmalen. Am Donnerstagabend haben wir einen Vorgeschmack bekommen.

(sk)

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