Donald Trump wütet auf Pressekonferenz: "Ich habe einen Saustall geerbt"

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  • Donald Trump hat bei einer Pressekonferenz zu einer verbitterten Wutrede ausgeholt
  • Er attackierte wiederholt Reporter und warf ihnen Lügen vor
  • Trump selbst log über die Ausmaße seines Wahlsieges und wurde von einem Journalisten zurechtgewiesen
  • Der Präsident verweigerte inhaltliche Kommentare zu Russland
  • Im Video oben seht ihr einige Ausschnitte seiner Rede

Donald Trump will Alexander Acosta zum nächsten Arbeitsminister der USA machen. Das sagte der US-Präsident am Donnerstag in Washington. Der frühere Bundesanwalt wäre der erste Latino in Trumps Kabinett. Der US-Präsident kündigte außerdem ein neues Einreisedekret für nächste Woche an.

Doch dann begann der Wahnsinn. In circa 75 Minuten redete sich Trump um Kopf und Kragen.

Trump nutzte die Pressekonferenz für einen erneuten scharfen Angriff auf die Presse. "Das Level der Unehrlichkeit der Presse ist außer Kontrolle", sagte Trump. Der US-Präsident rechnete mit den Medien ab, die im Fall seines zurückgetretenen Sicherheitsberaters Michael Flynn "vertrauliche Informationen" weiterverbreitet hätten.

"Die Presse sollte sich schämen und das sollten auch die Leute, die die Informationen weitergeben", wütete Trump. "Ich schaue CNN nicht mehr, wegen des ganzen Hasses", erklärte er später.

Die Leaks in der Vergangenheit seien zwar "echt" gewesen, die Berichterstattung darüber sei allerdings "fake". Auch auf Nachfrage von Reportern, wie das zusammenpasse, rückte Trump nicht von seiner Aussage ab – und lobte stattdessen den US-Sender Fox News für seine Ehrlichkeit.

Neben CNN griff Trump auch einen BBC-Reporter persönlich an. "Noch so eine Schönheit...", rollte Trump mit den Augen, als der Brite zu einer Frage ansetzte. Eine weitere Frage des Reporters würgte der US-Präsident mittendrin ab.

Trump unterläuft peinlicher Fehler

Auch seinen Vorgänger Barack Obama ging Trump wiederholt an. "Ich habe seinen Saustall geerbt", sagte Trump und nannte als Beispiele die Situation auf dem Arbeitsmarkt und die US-Außenpolitik. Der IS verbreite sich "wie ein Krebsgeschwür", warnte der Republikaner.

Trump kam dann wieder ein mal zu seinem Lieblingsthema: seinem Wahlsieg. Dabei unterlief ihm jedoch ein kleiner aber peinlicher Fehler. Er habe den größten Sieg nach Wahlmännerstimmen seit Ronald Reagan erreicht, behauptete Trump.

Man könnte ihm vorwerfen: eine Lüge. Schon sein Amtsvorgänger Barack Obama konnte im Jahr 2012 mehr Wahlmännerstimmen ergattern, als Trump im November 2016. Ebenso George W. Bush.

Ein Reporter sprach Trump auf den Fehler an – und fragte: "Wieso sollten die US-Bürger Ihnen trauen, wenn Sie falsche Informationen verbreiten?" Trump ruderte zurück: Irgendjemand habe ihm diese Information gegeben. Es sei aber sehr wohl ein großartiger Sieg gewesen.

"In drei Monaten greifen wir Mossul an..."

"Ich werde Ihnen nicht sagen, was ich mit dem Iran mache", erklärte Trump auf eine Nachfrage zu seiner zukünftigen Außenpolitik wütend. Auch über Russland wolle er nicht reden.

"Wenn ich sage, in vier Monaten greifen wir Mossul an, in drei Monaten greifen wir Mossul an, in einer Woche greifen wir Mossul an...", begann der US-Präsident, dann könnten sich feindliche Kräfte auf seine Außenpolitik einstellen.

Auf die wiederholte Nachfrage, ob jemand aus Trumps Kampagne während des Wahlkampfes mit Russland gesprochen habe, verneinte Trump. Er widersprach damit übereinstimmenden Berichten aus US-Medien.

"Ich habe nichts mit Russland zu tun, ich spreche nicht mit Russland", erklärte Trump. Das liege aber nicht daran, dass er nicht wolle, sondern dass er derzeit keinen Gesprächspartner in Moskau habe.

Trump gab den Medien die Schuld an den wieder aufkochenden Feindseligkeiten zwischen Russland und den USA. "Wahrscheinlich denkt Putin wir sind wieder zurück beim alten Spiel", erklärte der Präsident. "Ich glaube Putin geht davon aus, sie können keinen Deal mehr mit mir machen, weil es einen Politiker unbeliebt machen würde, einen Deal zu machen."

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