Von der Leyen fordert eigenständiges Europa in der Nato

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VON DER LEYEN
Von der Leyen: Nato sollte sich von der US-Abhängigkeit lösen | Axel Schmidt / Reuters
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  • Im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz fordert Verteidigungsministerin von der Leyen mehr Engagement Europas in der Nato
  • Damit will sie die USA entlasten und europäische Staaten näher zusammenrücken lassen

Die Nato steht vor zwei Herausforderungen. Die eine kommt aus östlicher, die andere aus westlicher Richtung.

Denn US-Präsident Donald Trumps tatsächliche Bereitwilligkeit für das Militärbündnis einzustehen, steht auf ähnlich tönernen Füßen, wie eine friedliche Nachbarschaft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Aus diesem Grund fordert Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eine grundlegende Nato-Reform. Das Militärbündnis soll europäischer werden, wie sie in einem Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" schreibt.

Nicht mehr auf die "breiten Schultern" der USA verlassen

"Wir Deutsche und die meisten Europäer haben uns viel zu lange bei der Sicherheitsvorsorge auf die breiten Schultern unserer amerikanischen Freunde verlassen"

Aus Sicht der CDU-Politikerin sei derzeit die Bereitschaft zur Kooperation im Sicherheitsbereich so groß wie nie zuvor, auch aufgrund gemeinsamer Einsätze von EU-Armeen. Doch der Hauptgrund sei die Sicherheitslage. Damit meint von der Leyen konkret "das russische Vorgehen in der Ukraine und den islamistischen Terror".

Ihr Appell im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz am kommenden Wochenende: "Wir müssen die europäischen Verteidigungsfähigkeiten kräftigen - als europäischer Pfeiler der Nato und als EU."

Von der Leyens ambitioniertes Vorhaben

Dabei sieht von der Leyen auch Deutschland in der Pflicht. Vergangene Initiativen von der Ukraine bis Iran hätten das bereits gezeigt. "Deutschland wird diesen Weg weitergehen, wobei wir uns selbst weder überschätzen noch uns kleiner machen, als wir sind", so von der Leyen.

Nur gemeinsam ist man stark, so die Devise. Deutschland will alle anderen europäischen Staaten motivieren, sich stärker in die Nato einzubringen. So sollen bis zu drei, gemeinsam von Europa ausgestattete und trainierte Divisionen aufgebaut werden. Binationale Verbände mit deutscher Beteiligung sollen ebenfalls folgen.

Zusammenfassend beschreibt von der Leyen ihr ambitioniertes Vorhaben mit: "Mehr Mittel, gemeinsame neue Fähigkeiten und effizientere Strukturen."