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15/02/2017 20:32 CET | Aktualisiert 16/02/2017 01:03 CET

SPD und Grüne verzeichnen Rekordeintritte - der Grund ist aber nicht der gleiche

Thomas Peter / Reuters
SPD und Grüne verzeichnen Rekordeintritte - der Grund ist aber nicht der gleiche

  • Die Grünen verzeichnen wegen Donald Trump Rekordzuwächse bei den Parteieintritten

  • Auch die SPD freut sich über massiven Mitgliederzuwachs - das ist dem Kanzlerkandidaten Schulz zu verdanken

  • Die CDU scheint der große Verlierer zu sein

Die politische Welt ist in diesen Tagen im Wanken wie selten. Der Aufstieg der Rechtspopulisten, Trump, die Union ist nicht mehr stärkste Kraft in Deutschland - nur um einige Erdbeben-Auslöser zu nennen.

Das schlägt sich nicht nur in den Umfragen nieder - sondern auch in den Eintritten in Parteien in Deutschland. Und da lassen sich im Moment besonders zwei Sieger ausmachen: die SPD und die Grünen.

Allerdings profitieren die beiden Parteien, die so gerne zusammen regieren, von zwei unterschiedlichen Personen. Während der Mitgliederzuwachs der SPD auf Kanzlerkandidat Martin Schulz zurückzuführen ist, haben die Grünen ihren Rekordzulauf US-Präsident Donald Trump zu verdanken.

"Trump-Effekt" bei den Grünen

Das zumindest glaubt der politischen Bundesgeschäftsführer der Partei Michael Kellner. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ), er gehe von einem "Trump-Effekt" aus. Laut "FAZ" haben die Grünen so so viele Mitglieder wie noch nie in ihrer Geschichte. Im vergangenen Jahr konnte die Partei 2.178 Mitglieder hinzugewinnen.

Damit haben die Grünen knapp 61.600 Mitglieder. Das erfuhr die "FAZ" aus der Parteizentrale. Ende 2015 hatten die Grünen nur noch 59.418 Mitglieder. Die bisher höchste Mitgliederzahl hatte die Partei im Jahre 2013 mit knapp 61.400.

Kellner beobachtet eine allgemeine Politisierung in Deutschland, die auch den Grünen zugute komme. "Ich freue mich, mit so vielen Mitgliedern wie noch nie Wahlkampf für die Grünen zu machen", sagte Kellner.

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Das Durchschnittsalter der Grünen-Mitglieder liegt bei 49,8 Jahren und ist damit im Vergleich zum Vorjahr (49,6) nur leicht gestiegen. Der Frauenanteil liegt weiter bei 38 Prozent und damit höher als bei anderen Parteien. Zulegen konnten die Grünen vor allem in Berlin, wo sie mit einem Zuwachs von 546 Personen um gut 10 Prozent wuchsen. In Berlin regieren die Grünen seit vergangenem Jahr im Rot-Rot-grünen Senat mit.

Umfragewerte der Grüne sinken

Besonders bemerkenswert sind die Zahlen in Hinblick auf die Umfragewerte der Grünen. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind die Grünen bei sieben Prozent angelangt - das ist der schlechteste Wert seit 2008.

Die SPD profitiert auch hauptsächlich von einem Mann: ihrem Spitzenkandidaten Schulz. Seit der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten am 24. Januar hat die SPD bis zum 14. Februar 6.135 Online-Anträge auf Beitritt in die Partei erhalten, wie die "FAZ" berichtet.

CDU verlor 2016 mehr Mitglieder als SPD

Die SPD verlor allerdings im vergangenen Jahr 10.108 Mitglieder, wie das Willy-Brandt-Haus weiter mitteilte. Die CDU verlor 2016 noch mehr Mitglieder. Zum Jahresende hatte sie 12.080 Mitglieder weniger als ein Jahr zuvor, wie die "FAZ" aus dem Konrad-Adenauer-Haus erfuhr.

Die SPD hatte demnach Ende 2016 noch 432.706 Mitglieder, die CDU 431.920. Im Januar traten 1.524 Personen in die CDU ein. Das ist mehr als die durchschnittlichen Eintritte von rund 1.000 Personen im Monat.

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(lp)

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