POLITIK
16/02/2017 04:50 CET | Aktualisiert 16/02/2017 06:25 CET

"Maischberger": Historiker hat verblüffende Erklärung für das scheinbare Chaos im Weißen Haus

Mediathek
Der Historiker Michael Wolffsohn bei Sandra Maischberger

Was ist los im Weißen Haus?

Seit Donald Trumps Regierungsantritt scheint das Chaos perfekt: Erst muss der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn zurücktreten, dann tritt Trumps Arbeitsminister Andy Puzder erst gar nicht an. Zuerst stellt Trump während eines Telefongesprächs mit Taiwans Regierungschefin die Ein-China-Politik in Frage. Dann rudert er wieder zurück und versichert Peking, dass seine Regierung für ein vereintes China stehe.

Die Moderatorin Sandra Maischberger fragt die Gäste ihrer Sendung "Trump gegen den Rest der Welt", was davon zu halten ist.

Eine "Krise der Inkompetenz und der Täuschung" sieht die deutsche Finanzmarkt-Expertin Sandra Navidi. Der Historiker Michael Wolffsohn dagegen beruhigt: "Bei JFK waren die ersten Monate auch eine Katastrophe." Er nennt die gescheiterte Invasion in Kuba und den Bau der Berliner Mauer als Beispiele.

Machtkämpfe im Weißen Haus?

CDU-Politiker Norbert Röttgen war gerade in Washington und hat sich ein Bild gemacht. Er vermutet "Machtkämpfe" zwischen konkurrierenden Lagern in Trumps Regierung als Grund für das Chaos.

Röttgen ist sich sicher: "Die Geheimdienste haben den Sicherheitsberater hochgehen lassen." Es gebe zwei Lager, ein ideologisches um Stephen Bannon und den alten Regierungsteil der Profis, die Geheimdienste und Diplomaten. "Die sehen etwas Gefährliches auf sich zukommen."

Da ist Historiker Wolffsohn ganz anderer Ansicht. Er sieht das Chaos im Weißen Haus als "Verhandlungsinstrument". Dahinter stecke eine "teuflisch geniale Verhandlungsstrategie". Durch das seiner Meinung nach nur scheinbare Durcheinander könne sich der Gegner schlechter einstellen und sei daher schneller zu Zugeständnissen bereit.

"Außer ihnen sieht da keiner Genialität!"

"Sie sind das bisherige Verhandeln gewöhnt, in dem eine Position klar vertreten wird", sagt er Röttgen. "Doch der verhandelt besser als sie!"

Röttgen ist sich da nicht so sicher. "In Washington hat keiner die Meinung vertreten, dass da irgendetwas von Trump orchestriert ist. Außer ihnen sieht da keiner Genialität!"

Werden wir in den kommenden Wochen also noch mehr weltpolitische Unsicherheit erleben. Wolffsohn denkt, dass Trump noch viel vorhabe: "Wir sind erst in der Overtüre!"

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(jg)

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