POLITIK
15/02/2017 08:37 CET | Aktualisiert 15/02/2017 09:10 CET

Ditib-Imame unter Spionage-Verdacht: Polizei durchsucht Wohnungen

dpa
Ditib-Imame unter Spionage-Verdacht: Polizei durchsucht Wohnungen

  • Die Polizei durchsucht Wohnungen von Ditib-Imamen in Deutschland

  • Die islamischen geistlichen stehen laut einem Medienbericht unter Spionageverdacht

  • Ditib soll für die türkische Regierung Mitglieder der Gülen-Bewegung überwacht haben

Die Polizei durchsucht nach Informationen von "Spiegel Online" Wohnungen von vier Ditib-Imamen. Es bestehe Spionage-Verdacht.

Dem Bericht nach ermittelt die Bundesanwaltschaft seit Monaten gegen Ditib-Mitarbeiter wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Die Imame hätten Gemeindemitglieder und deutsche Lehrer bespitzelt und dann vermeintliche Anhänger der Gülen-Bewegung an die türkische Regierung verraten.

Sicherheitskreise teilten der "Deutschen Presse-Agentur" am Mittwochmorgen mit, dass es eine Durchsuchungsaktion im Zusammenhang mit den Vorwürfen gibt. Durchsuchungen habe es in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gegeben.

Grünen-Politiker soll belastendes Material geliefert haben

Der Grünen-Politiker Volker Beck hatte im Dezember Strafanzeige erstattet und dem Generalbundesanwalt wohl auch brisantes Material übermittelt.

Ditib ist der größte Moscheeverband Deutschlands, ihm gehören etwa 900 Moscheevereine an. Ditib untersteht dem türkischen Religionsministerium und entsendet unter anderem Imame nach Deutschland.

Erdogans Kampf gegen die Gülen-Bewegung

Die türkische Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den im US-Exil lebenden Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger für den Putschversuch im Sommer verantwortlich. Beweise für den Vorwurf hat Erdogan bislang nicht vorgelegt.

Dennoch hat die türkische Regierung Tausende Menschen, die Gülen-Anhänger sein sollen, aus dem Staatsdienst entlassen, Tausende Menschen landeten im Gefängnis. Auch in diesen Fällen fehlen in der Regel Beweise.

Schon kurz nach dem Putschversuch kursierten Gerüchte, wonach auch in Deutschland lebende Türken Landsleute denunzierten.

Mit Material der dpa

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(jg)