CSU-Generalsekretär vergleicht Martin Schulz mit Pudding

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ANDREAS SCHEUER
CSU-Generalsekretär vergleicht Martin Schulz mit Pudding | Michaela Rehle / Reuters
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  • CSU-Generalsekretär Scheuer hat über SPD-Kanzlerkandidat Schulz gesprochen
  • Schulz habe kein Programm und sei inhaltlich "wie Pudding"
  • Dem Trump-Vergleich von Finanzminister Schäuble wollte sich Scheuer nicht anschließen

Die Union kämpft mit einer ungewohnten Situation: Zum ersten Mal seit Jahren hat die SPD in den Umfragen Oberwasser. Stand heute, würde Martin Schulz der neue Kanzler der Bundesrepublik. Die CSU hat auch schon einen Plan: Sie will Schulz bei konkreten Inhalten stellen.

Das sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Mittwoche in Berlin. Oder er sagte es zumindest "durch die Blume": in welchem Restaurant Schulz als Europapolitiker in Brüssel seinen Pudding gegessen habe, sagte Scheuer, interessiere ihn nicht. "Mich interessiert viel mehr, dass man den Kandidaten Schulz inhaltlich als Pudding erlebt."

Dies gelte etwa für wichtige Themen wie Steuern, Zuwanderung oder beschleunigte Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber.

Schäubles Trump-Vergleich sieht Scheuer anders

Äußerungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der Schulz Gemeinsamkeiten mit US-Präsident Donald Trump bescheinigt hatte, schloss sich Scheuer nicht an. Dies sei ein hinkender Vergleich, da Schulz ja eben kein Seiteneinsteiger wie Trump sei. Die SPD verbucht seit der Nominierung von Schulz steigende Umfragewerte.

Der CSU-Generalsekretär nannte die von Schulz gewünschte Verschiebung des für 29. Mai geplanten Parteitags zum SPD-Wahlprogramm "wirklich Drückeberger". CDU und CSU wollen ihr Wahlprogramm ebenfalls erst im Sommer vorlegen.

"Schulz legt sich innenpolitisch bisher nicht fest"

Der Unterschied sei aber, dass die Union bereits zahlreiche Positionierungen vorgenommen habe, während der komplett neue Kandidat Schulz sich bisher innenpolitisch nicht festlege.

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Scheuer betonte, dass die Union nach dem Treffen der Parteispitzen um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer nun die Maschinen für den Wahlkampf hochfahren werde. Das Treffen sei in guter und konzentrierter Stimmung verlaufen.

Vielleicht hätte man dies "optisch deutlicher ausdrücken können", sagte Scheuer mit Blick auf eine verbreitet als nüchtern empfundene Pressekonferenz Seehofers und Merkels zum Abschluss des "Versöhnungstreffens" in München.

Mit Material der dpa.