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12/02/2017 17:01 CET | Aktualisiert 12/02/2017 17:11 CET

SPD-Politiker und Merkel gratulieren Steinmeier - Grüne und Linke geben ihm eine Aufgabe mit

dpa
SPD-Politiker und Merkel gratulieren Steinmeier - Grüne und Linke geben ihm einen Auftrag mit

  • Bundeskanzlerin Merkel glaubt, Steinmeier werde ein hervorragender Bundespräsident sein

  • Politiker der Grünen und der Linken verstehen Steinmeiers Aussagen auch als Aufgaben für ihn selbst

  • Der russische Präsident Putin hofft auf eine "produktive Zusammenarbeit" mit dem neuen Bundespräsidenten

Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die Wahl zum Bundespräsidenten am Sonntag gewonnen. Das Ergebnis war wenig überraschend, hatte 61-Jährige im Vorfeld die Zustimmung seiner Partei sowie der Union bekommen.

Steinmeier nahm die Wahl direkt im Anschluss an die Verkündung des Ergebnisses an. "Gerne sogar", sagte er locker. In seiner Rede hob er Freiheit, Demokratie und ein vereintes Europas als wichtiges Fundament Deutschlands hervor.

Sein Parteikollege und Nachfolger im Amt des Außenministers, Sigmar Gabriel, schrieb daher auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Menschen zusammenführen. Brücken bauen. Mut machen. Das will unser neuer Bundespräsident. Meinen allerherzlichsten Glückwunsch, Frank!"

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz gefiel die Rede von Steinmeier. Er schrieb auf Twitter: "Schon heute hat Frank-Walter Steinmeier gezeigt: Er wird die richtigen Worte finden. Als überparteilicher Präsident aller Deutschen."

Steinmeier hatte in seiner Rede betont, auch das Vertrauen derjenigen gewinnen zu wollen, die ihn nicht gewählt hätten.

Merkel: "Er wird ein hervorragender Bundespräsident"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beglückwünschte Steinmeier herzlich. Sie hatte sich zuerst geweigert, Steinmeier als gemeinsamen Kandidaten der großen Koalition für die Bundespräsidentenwahl mitzutragen.

"Ich bin überzeugt, er wird ein hervorragender Bundespräsident für unser Land sein", sagte die CDU-Vorsitzende nun nach der Bundesversammlung in Berlin. Es sei "ein guter Tag für die Bundesrepublik Deutschland".

Der SPD-Mann habe als Außenminister in schwierigsten Situationen immer das Fingerspitzengefühl gehabt, nach Lösungen zu suchen, lobte Merkel.

Grüne und Linke gegen Steinmeier einen Auftrag

Auch von den Grünen kamen Glückwünsche. Grünen-Chef Cem Özdemir griff Steinmeiers Aussage, "Liebe Landsleute, lasst uns mutig sein", auf und gab dem neuen Bundespräsidenten als Aufgabe mit: "Machen Sie Mut: für unseren Zusammenhalt in einem offenen Deutschland und in Europa."

Die Linke äußerte sich ähnlich. Zuerst der obligatorische Glückwunsch, danach ein Auftrag für die Zukunft. Die Parteivorsitzende Katja Kipping schrieb auf Twitter: "Glückwunsch an Steinmeier. In Zeit der Unruhe braucht's mehr soziale Sicherheit + Stärkung der Freiheitsrechte. Gut wäre, wenn er dazu beiträgt."

Gratulationen aus Schalke und dem Auswärtigen Amt

Steinmeier verließ das Außenministerium, um im März sein neues Amt ausüben zu können. Die Mitarbeiter des Auswärtigen Amts beglückwünschten ihren ehemaligen Chef: "Herzlichen Glückwunsch, Herr Steinmeier! Super Ergebnis, super Wahl, super Präsident! Wir sehen uns auf Ihren Auslandsreisen, Ihre Ehemaligen."

Auch von prominenter Seite erreichten Steinmeier Gratulationen, etwa vom ehemaligen Fußball-Profi Gerald Asamoah. Beide eint die Liebe zum selben Fußballverein, Schalke 04:

Glückwünsche aus Moskau

Russlands Staatschef Wladimir Putin schickte ebenfalls Glückwünsche für Steinmeier. Er hoffe durch dessen Wahl auf stabile bilaterale Beziehungen und eine "produktive Zusammenarbeit". Er sei zuversichtlich, dass dessen Arbeit zur Entwicklung der russisch-deutschen Beziehungen beitragen werde, teilte der Kreml am Sonntag in Moskau mit.

Der Kremlchef lud Steinmeier zu einem Besuch nach Russland ein, "wann immer es ihm passt." Putin sei daran interessiert, "den konstruktiven Dialog wie aktuelle Fragen der bilateralen und internationalen Tagessordnung fortzusetzen."

Mit Material der dpa.