Martin Schulz soll einen engen Mitarbeiter fragwürdig unterstützt haben - auf Kosten des Steuerzahlers

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Martin Schulz soll einen engen Mitarbeiter fragwürdig unterstützt haben - auf Kosten des Steuerzahlers | Getty
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  • Martin Schulz soll einen engen Mitarbeiter gegen Gepflogenheiten unterstützt haben
  • Der Mann soll unter anderem Dienstreisen abgerechnet haben, auf denen er niemals war


Martin Schulz
wettert gegen Manager-Gehälter und Millionen-Abfindungen. Aber offenbar hat der SPD-Kanzlerkandidat keine ganz so weiße Weste, wie er tut.

Denn einem Bericht des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel” zufolge, hat Schulz engster Berater während seiner Zeit als EU-Parlamentspräsident - Markus Engels - Geld kassiert, das ihm nicht zustand.

Entsprechende Dokumente sollen dem “Spiegel” vorliegen.

Engels machte offenbar Dienstreisen geltend, die niemals stattgefunden haben. Außerdem soll er, wie Mitarbeiter der Generaldirektorin Personal dokumentiert haben, entgegen aller sonst üblichen Karrierewege sehr schnell befördert worden sein.

Schulz soll Druck auf Beamte ausgeübt haben

Außerdem sollen interne Mails zeigen, dass Schulz Druck auf Beamte ausgeübt hat, wenn sie Bedenken gegen sein Vorgehen hatten.

“Schulz hat die Regeln des Parlaments umgangen und gebeugt wie kein Parlamentspräsident vor ihm”, sagte die Chefin des Haushaltskontrollauschusses Inge Gräßle dem “Spiegel”. “Vor allem wenn es um Parteigänger ging, kannte Schulz’ Großzügigkeit keine Grenzen.”

Gräßle ist allerdings von der CDU, eine positive Einschätzung von Schulz kann man von ihr also ohnehin nicht erwarten.

Jeden Tag auf Dienstreise

Engels war stellvertretender Leiter des internationalen Büros der SPD in Berlin, bevor er 2012 zur Europäischen Union wechselte. Sein Dienstort war laut Vertrag Brüssel - dafür kassierte er einen Auslandszuschlag von 840 Euro im Monat zu seinem Bruttogehalt von 5200 Euro - er arbeitete aber hauptsächlich von Berlin aus. So konnte Engels wohl auch Dienstreisen abrechnen, die er niemals angetreten hatte.

Buchungstechnisch sei er mehr oder weniger Tag für Tag auf Dienstreise gewesen, berichtet der “Spiegel”. Den Steuerzahler kam das teuer zu stehen: Im Jahr 2012 sollen es 16.621,47 Euro gewesen sein.

Engels soll Wahlkampf managen

Auf Anfrage vom "Spiegel" wollten weder die SPD noch Engels Stellung nehmen. Sie verweisen auf das Europaparlament. Von dort heißt es, Engels habe den Anspruch auf die Erstattung der Reisen gehabt.

Schulz habe außerdem versucht, dass Engels schneller als üblich zu einer sicheren Beamtenstelle kommen würde - und dafür laut "Spiegel" sogar eine eigene Stelle geschaffen: die des Leiters des Referats "Media Intelligence Unit". Diese Tatsache sei ein offenes Geheimnis im EU-Parlament gewesen.

Jetzt soll Engels sich aber um etwas anderes kümmern: Er soll den Bundestagswahlkampf für Martin Schulz managen.

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(ll)

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