ESC 2017: Heftige Vorwürfe gegen Levina - ist ihr Song nur geklaut?

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Levina tritt am 13. Mai beim "ESC" in Kiew für Deutschland an. | dpa
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Beim Vorentscheid zum Eurovision-Songcontest (ESC) am Donnerstag hat sich Sängerin Levina mit ihrem Song “Perfect Life” gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Der Popsong hat wahrlich “Ohrwurm-Potenzial” - und soll Deutschland am 13. Mai den ESC-Sieg bescheren.

Dass der Song im Ohr bleibt, ist kein Wunder: Er stammt aus der Feder von Lindy Robbins, die auch schon mit Künstlern wie David Guetta oder Jason Derulo zusammengearbeitet hat. Das scheint sich aber auch in der Melodie von Levinas Song widerzuspiegeln - besonders die Anfangsmelodie klingt verdächtig nach David Guettas Megahit “Titanium”.

Das blieb auch in den sozialen Medien nicht lange unbemerkt. So machten Tweets wie “Intro geklaut von Titanium (David Guetta feat. Sia)” oder “Ja, schicken wir Titanium zum ESC!”, die Runde.

Die Ähnlichkeit zu Guettas Chartstürmer bestätigt auch Musikproduzent Peter Jordan gegenüber der Huffington Post. Jordan hat bereits mit Tim Bendzko und Namika zusammengearbeitet. “Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass "Titanium“ bei der Komposition und Produktion von "Perfect Life“ als Referenz gedient hat”, erklärt der Songwriter.

Rechtliche Konsequenzen muss Levina wohl nicht fürchten

Das allein hält Jordan aber nicht für verwerflich, schließlich sei Titanium “ein unfassbar starker Song”. Er fügt jedoch hinzu: “Etwas ungeschickt ist im Fall von "Perfect Life“, dass die gleiche Tonart und ein ähnliches, geringfügig langsameres Tempo gewählt wurden”. Auch die E-Gitarre im Anfangsthema sei vom Sound und der Spielweise sehr ähnlich - trotzdem aber nicht gleich.

So sieht der Musikexperte keine rechtlichen Konsequenzen auf Levinas Song zukommen: “Einen bestimmten Gitarrensound kann man nicht schützen”, sagt er. Zudem würde sich das Lied im weiteren Verlauf in eine andere Richtung entwickeln.

Eine Ähnlichkeit am Anfang des Songs sei so zwar nicht zu verkennen, trotzdem habe dies seines Erachtens nach keine urheberrechtliche Relevanz: “Harmonisch und melodisch sind die Ähnlichkeiten meiner Meinung nach nicht groß genug, um hier von einem Plagiat sprechen zu können”.

Plagiats-Diskussionen begleiten den "ESC" schon lange

Levina kann also offenbar aufatmen. Dennoch wird die Ähnlichkeit zu “Titanium” den Millionen Zuschauern am 13. Mai bestimmt nicht entgehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Sängerin trotzdem noch punkten kann.

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(pb)

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